Werde ein besserer Investor

Unterstützung und Widerstand bei Verkauf von Put- und Call-Optionen

Eine der Schlüssel-Elemente in meinem Optionshandel ist es Unterstützungs- und Widerstands-Niveaus in einer Aktie zu erkennen. Ich glaube, dass es für jeden Investor und Trader von großer Bedeutung sein kann, diese Niveaus zu  identifizieren. Dabei macht es keinen Unterschied ob man Optionen verkauft um Einkommen zu erzeugen, Aktien kauft und verkauft, oder ganz andere Finanzprodukte handelt. 

Sogar Investoren, welche nur in Dividenden-Aktien investieren, egal ob kurz- oder langfristig, könnten Nachteile aus einem zufälligen Kaufpreis ziehen. Diese Nachteile können sich auch über den langfristigen Anlagehorizont bemerkbar machen. Zu wissen wo es Support (engl. für Unterstützung) und Resistance (engl. für Widerstand) gibt, kann Dir erheblich bei deinem Investment-Ziel helfen. 

Warum in aller Welt sagen Vermögensberater ihren Klienten, dass junge Investoren oder Investoren mit langfristigem Anlagehorizont große Verluste hinnehmen können, weil die Zeit ja “auf ihrer Seite” ist? Wenn Du jung bist oder einen langfristigen Anlagehorizont hast, ist es die Zeitspanne, die den Wohlstand schafft. Besonders wenn Du wiederholt Verluste hinnimmst, gibst Du diesen Vorteil auf. 

Unnötig zu sagen, dass es also wichtig ist, Support- und Resistance-Niveaus zu erkennen und für sich zu nutzen, egal welche Strategie man verfolgt. 

Man darf aber nicht vergessen, dass das das Schulen des Auges Hand in Hand geht mit dem Verständnis der Unternehmen, in welche man investiert. Support und Resistance kann uns dabei helfen bessere Ergebnisse zu erzielen, eine Garantie dass diese Niveaus halten, gibt es aber natürlich nicht. 

 

Verstehe Support und Resistance

Bevor wir uns ansehen, wie man diese Zonen erblickt, ist es wichtig zu wissen, was diese Zonen überhaupt repräsentieren. 

Unterstützung und Widerstand identifizieren grundsätzlich Niveaus von Angebot und Nachfrage. An speziellen Preis-Niveaus kommen Käufer hinein, weil sie glauben, dass die Aktie unterbewertet ist. Diese Käufe unterstützen das Preis-Niveau in der Aktie, jedes Mal wenn sie auf diese Niveaus treffen, und werden somit zur Unterstützungszone.

Das gleiche gilt für die Verkäufe. Wenn eine Aktie im Wert steigt, und es gibt so viele Verkäufe, dass der Aktienpreis nicht weiter steigen kann, wird dieses Level eine Widerstandszone. Die Aktie hat in diesem Moment einfach zu viele Verkäufer auf der einen Seite und zu wenige Käufer auf der anderen Seite, die den Preis weiter ansteigen lassen würden. Die Käufer glauben in diesem Moment, dass ein weiterer Kauf auf diesem Niveau zu teuer und somit überbewertet ist. 

Dieses Verständnis ist ein großer Vorteil für jeden Investor. Es ist sehr leicht dieses Wissen anzuwenden, um zu erfahren, was mit einer Aktie gerade passiert oder passiert ist. Dieses Wissen kann jeden Investor davor schützen an Hochpunkten zu kaufen. Es hilft dabei zu lernen wie man bei Support kauft und bei Widerstand verkauft.

Support und Resistance für den Optionsverkauf

Dieses Prinzip gilt natürlich auch für den Optionshandel. Der Verkauf von Put-Optionen sollte bei Support geschehen. Wenn eine Aktie auf ein Unterstützungs-Niveau fällt, sollten Put-Verkäufer erwägen an der Support-Linie Puts zu verkaufen. Um die Wahrscheinlichkeit der Ausübung weiter zu reduzieren macht es auch Sinn den Put / die Puts unter der Support-Linie zu verkaufen. 

Das gleiche gilt natürlich hier auch wieder für Covered Calls. Für Investoren, die bei Support gekauft haben, kann es großen Sinn ergeben, zu warten bis der Preis sich Richtung Resistance bewegt. An diesen Punkten können hervorragend Covered Calls verkauft werden. Direkt bei Resistance gibt es eine gute Chance, dass diese hält und der Aktienpreis wieder nach unten dreht. Direkt am Geld gibt es saftige Optionsprämien, die man sich vielleicht nicht entgehen lassen sollte, vor allem wenn man bei Covered Calls nichts zu verlieren hat. 

 

Deutsche Telekom Support und Resistance Beispiel

Nehmen wir den Chart vom letzten Artikel. Wenn wir uns erneut den Chart der Deutschen Telekom ansehen, gibt es nichts leichteres als Unterstützungs und Wiederstands-Niveaus zu erblicken, die uns beim Verkauf von Puts und Calls assistieren können. 

Put Verkauf bei Support

Die Aktie ist mehrere Male auf den Kurswert 14,50 gefallen. Dies könnte man als leichte Unterstützungs-Linie gelten lassen. Je weiter Du in die Vergangenheit blickst, desto stärkere Support-Bereiche wirst Du finden. Wenn ich diese Aktie handeln wollen würde, würde ich mir einen Put-Strike bei oder unter 14,50 suchen. Um bessere Prämien zu erhalten, sollte man warten, bis sich die Aktie wieder zur Support-Zone bei 14,50 bewegt. 

Bei 14,50 sind also, jedes Mal wenn der Kurs wieder nach oben gedreht hat, Käufer in den Markt beziehungsweise in die Aktie gekommen. Diese Levels können hervorragend für die Zukunft assistieren. Dabei gibt es aber nie eine Garantie, dass diese Levels halten werden. Niemand kann sagen wie sich eine Aktie in der Zukunft entwickeln wird, aber es gibt bestimmte Anhaltspunkte, die man nutzen kann, wie eben diese Unterstützungen. 

Covered Calls bei Resistance

Dasselbe gilt natürlich hier auch wieder für Covered Calls. Jedes Mal wenn die Aktie auf die 15,60 zu gesteuert und danach wieder gefallen ist, sind Verkäufer in den Markt beziehungsweise in die Aktie gekommen. Investoren dachte dass die Aktie darüber zu teuer ist und drückten den Preis wieder nach unten. Dies könnte man also als Widerstandszone gelten lassen. 

Investoren, welche die Aktie bei Unterstützung gekauft haben, sollten warten, bis der Aktienpreis wieder die Resistance erreicht um hier Covered Calls mit saftigen Optionsprämien zu verkaufen. Fällt die Aktie anschließend wieder im Preis können die Covered Calls sehr leicht wieder mit gutem Gewinn geschlossen werden. In diesem Beispiel würde man einen Strike-Preis bei 15,50 suchen. Will man die Chance auf Ausübung verringern, wählt man einen Ausübungspreis über der Support-Linie. Der Optinospreis bei höheren Ausübungspreisen ist hier aber auch viel geringer. 

 

Ein Chart wie oben zeigt dass für Put- und Covered Call – Investoren keine hochvolatilen Aktien benötigt werden um konstant Profite zu generieren. Beim Erlernen von Support und Resistance-Zonen merkt man, dass Optionsverkäufer auch mit geringer Volatilität gute Renditen erzielen können. 

Verstehe deine Aktien

Wenn ich mit Support und Resistance Optionen verkaufen will, muss ich den Basiswert kennen lernen. Studiere den Chart über die letzten Jahre, und Du wirst einige offensichtliche Unterstützungen und Widerstände finden. Diese Levels sind mir die liebsten beim Verkauf von Put- und Call-Optionen. 

Sehr wichtig dabei ist aber auch das Geschäftsmodell deiner Aktien zu verstehen. Die Unterstützungs- und Widerstands-Niveaus werden nur solange funktionieren, wie das Geschäft funktioniert. Ändern sich die Rahmenbedingungen etwa durch extrem schlechte oder extrem gute News werden diese Zonen garantiert nicht halten. Es ist wichtig sich einen Pool von Aktien zurecht zu legen, an die man langfristig glaubt, und deren Geschäftsmodell man zu 100 % versteht. 

Auch gibt es Aktien, bei denen Support und Resistance besser funktioniert als bei anderen. Exzellente Kandidaten dafür sind weltweite Big Player, bei welchen das Marktumfeld und die Variablen bekannt sind. Ich mag Aktiengesellschaften, die jedermann kennt. Für mich ist es viel leichter mit bekannten Aktien konstant Profite zu generieren als mit unbekannten. Die Aktie muss nicht hochvolatil sein um Profite zu erzeugen.   

In diesem Text habe ich einen kleinen Teil von Support- und Resistance-Zonen angeschnitten. Ich werde im Laufe der Zeit weit mehr Aspekte über die Nutzung dieser Niveaus in weiteren Texten beleuchten. 

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