Bärenmärkte und Korrekturen

Risiko in einer Korrektur reduzieren

Das Problem in einer Korrektur, sei sie groß oder klein, ist es, nicht zu wissen wann sie endet. Darüber hinaus stehen Investoren vor dem Problem nicht zu wissen, wann sie ihre In-The-Money-Puts rollen sollen. Wenn es zu einer Korrektur am Aktienmarkt kommt, ist das Ziel profitabel zu bleiben, während man das Risiko reduziert und Margin oder Cash im Portfolio erhöht.

Eine Korrektur bietet allerdings auch einen entscheidenden Vorteil für unsere verkauften Optionen:  Durch die erhöhte Volatilität steigen die Optionsprämien rasant an, was ein Roll-Szenario für uns trotz allem sehr profitabel machen kann.

In The Money Puts schließen

Nehmen wir an ich habe auf eine beliebige Aktie 8 Put-Kontrakte zu einer jeweiligen Prämie von 50 Cent verkauft und die Restlaufzeit beträgt 5 Tage. Der Aktienkurs steht bei 40 Euro, wenn ich die Aktien hier kaufen würde, müsste ich 32.000 Euro bereit stellen.   Dies ist ein reines Zahlenbeispiel und stellt keinen Bezug zu echten Preisen dar, das Szenario ist aber das selbe. In der Realität ist dies genau so zu handhaben, allerdings sind die Zahlen bei jeder verkauften Option etwas anders.

Der Markt, und somit auch unsere Aktien, bricht in unserem Beispiel ein, und wir befinden sich nun mit unserem Positionen im Geld (In-The-Money). Der Preis hat sich meinetwegen verdreifacht, wodurch unsere Option jetzt 1,50 Euro wert ist (wir befinden sich also 1 Euro pro Aktie im Verlust.

Schlüssel hierbei ist die Positionen erstmal zu schließen, wenn man davon ausgeht, dass sich der Markt nicht gleich wieder erholen wird. Ich kaufe also meine 8 Positionen mit 1 Euro Verlust wieder zurück.

1 Euro Verlust * 100 Aktien * 8 Kontrakte = 800 Euro Verlust.

Der Verlust klingt erstmal sehr groß, wenn ich aber weiterdenke, komme ich drauf, dass das nicht so schlimm ist. Ich kann durch ein Rollszenario Risiko heraus nehmen und gleichzeitig den Verlust wieder rein holen.

Benötigte Prämie kalkulieren

Ich brauche also insgesamt 800 Euro an Prämie um meinen Verlust wieder auszugleichen oder 1200 Euro um meinen ursprünglichen Gewinn von 50 Cent pro Aktie wieder herzustellen. Ob ich mich nur auf Verlustbegrenzung oder Wiederherstellung des Gewinns fokussiere bleibt jedem selbst überlassen.

Ich suche mir also in der gleichen Aktie (Ich gehe davon aus, dass ich die Aktie noch immer haben möchte) ein Verfallsdatum und einen Ausübungspreis der zu meinem Risiko passt und zur gewünschten Optionsprämie führt.

 

Verluste mit neuer Prämie decken

Da dies ein reines Zahlenbeispiel ist finde ich beispielsweise eine Option mit 6 Wochen Restlaufzeit und einer Prämie von 1,20 Euro. Idealerweise bin ich sogar mit dem Strike-Preis etwas herunter gekommen, sodass der neue Ausübungspreis bei 38 Euro liegt. Wenn ich 8 Put-Kontrakte verkaufe habe ich erstmal den Verlust wieder herein geholt.

1,20 Euro Prämie *100 Aktien * 8 Kontrakte = 960 Euro

Abzüglich des vorangegangen Verlustes bleiben mir also 160 Euro an Gewinn (Transaktionskosten sind hier nicht berücksichtigt). Wenn die Puts bei 38 Euro pro Aktie ausgeübt werden muss ich übrigens nur 30.400 Euro Kapital für den Kauf bereit stellen.

Reduzierung der Kontrakte

Da ich das Risiko noch etwas weiter reduzieren möchte, könnte ich mich auch dazu entschließen meine Put-Kontrakte zu reduzieren. Beim gleichen Strike-Preis wie im letzten Unterpunkt beschrieben könnte ich also zum Beispiel nur 6 Kontrakte verkaufen.

1,20 Euro Prämie *100 Aktien * 6 Kontrakte = 720 Euro

Ich sehe, dass ich hier den Verlust von 800 Euro nicht ganz decken kann, also entschließe ich mich einfach noch einen Put zu einem geringeren Strike-Preis zu verkaufen, zum Beispiel bei 36 Euro Aktienkurs mit einer Prämie von 80 Cent. Man sieht schon, das deckt den Verlust nun komplett.

0,80 Euro Prämie *100 Aktien * 1 Kontrakt = 80 Euro

Diese 80 Euro haben mir noch gefehlt, um den Verlust komplett wieder auszugleichen. Ich habe also erreicht, dass ich den Verlust komplett wieder ausgleiche, gleichzeitig habe ich die Put-Kontrakte und somit das Risiko reduziert.

Würden alle meine Optionen ausgeübt werden, müsste ich folgendes an Kapital bereit stellen:

38 Euro pro Aktie * 100 Aktien * 6 Kontrakte = 22.800 Euro

36 Euro pro Aktie * 100 Aktien * 1 Kontrakt = 3600 Euro

Gesamt: 26.400 Euro zu einem Durchschnittspreis von 37,71 Euro pro Aktie. In einer Korrektur versuche ich IMMER meine Kontrakte zu reduzieren und meine Position weiter in die Zukunft zu rollen. Wenn ein Rebound der Korrektur nach oben kommt versuche ich einige Kontrakte zurück zu kaufen und somit einen Gewinn zu verbuchen, anschließend rolle ich die Optionen noch weiter und versuche den Strike-Preis noch weiter hinunter zu bekommen, um das Risiko weiter zu reduzieren. Dieser Vorgang lässt sich beliebig oft wiederholen.

Auch wenn mir die Aktien eingebuchte werden, kann ich das Spiel wieder umdrehen und den Ausgangszustand der Option wieder herstellen, dazu aber in einem anderen Text mehr.

Menü