Nächste Eskalationsstufe: Trump setzt Huawei auf „schwarze Liste“

Nachdem der Handelsstreit zwischen China und den USA vor einer Einigung zu stehen schien kam alles ganz anders. Zuerst erließen beide Seiten neue Strafzölle auf die Importe ihres jeweiligen Gegenübers. Doch nun geht US-Präsident Trump noch einen Schritt weiter. Er setzte das chinesische Telekommunikationsunternehmen Huawei, das insbesondere für seine Smartphones als Apple- oder Samsung-Alternative bekannt ist, auf die sogenannte schwarze Liste. Mit Unternehmen, die auf dieser Liste stehen, dürfen US-Unternehmen nur dann Geschäfte machen, wenn die US-Regierung ihr ausdrückliches Einverständnis abgibt. Immerhin ist Huawei der zweitgrößte Smartphone-Hersteller der Welt, sodass China von diesem Manöver schwer getroffen wird. Trump geht diesen drastischen Schritt jedoch deshalb, da er China bezichtigt die USA und ihre Verbündeten über Huawei-Produkte auszuspionieren. Erste Reaktionen – ganz nach Trumps Geschmack – waren unter anderem, dass Google ankündigte seine Geschäftsbeziehung zu Huawei zu beenden. Auch viele andere Unternehmen, vor allem Mobilfunkanbieter, haben bereits mitgeteilt den Verkauf von Huawei-Produkten einzustellen. Insgesamt bringt Trump Huawei damit vielleicht sogar in existenzbedrohende Schwierigkeiten, sofern der Streit beider Länder nicht bald gelöst wird.

Die Frage wird sein wie China hierauf reagieren wird. Die Chinesen verfügen, was oft unterschätzt wird, über zwei höchsteffektive Waffen, die sie gegen die USA richten könnten. Zum einen könnten sie es den USA gleich tun und Amerikas Smartphone-Flaggschiff Apple in die Zange nehmen. China gilt als einer der wichtigsten Absatzmärkte für Apple-Produkte. Gezielte Zölle oder rechtliche Restriktionen innerhalb Chinas könnten Apple ähnliche Schmerzen hinzufügen, wie es nun bei Huawei der Fall ist. Andererseits schadet dies den chinesischen Zulieferern, deren Verdienst aus guten Absatzzahlen Apples resultiert. Zum zweiten ist China der größte Anleihegläubiger der USA, sprich das Land, das am stärksten darin engagiert ist, die amerikanische Verschuldung zu finanzieren. China kann den Anleihemarkt ohne Weiteres in Turbulenzen stürzen, indem das Land größere Mengen amerikanischer Staatsanleihen auf den Markt wirft. Die Zinsen für amerikanische Staatsanleihen würden schlagartig steigen und Amerika somit in die Zins- und Schuldenklemme bringen. Doch auch hier offenbart sich die Zweischneidigkeit der USA-China-Beziehung. China lebt zum großen Teil vom amerikanischen Konsum (den sie gleichzeitig finanzieren). Bleibt der Konsum aus, so leidet im Endeffekt auch Chinas Wirtschaft, sodass solche Maßnahmen gut dosiert werden müssten, um nicht beide Volkswirtschaften – und mit ihr die gesamte Weltwirtschaft – ins Chaos zu stürzen. Eines ist gewiss: es bleibt spannend in Sachen Handelskrieg.

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