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Nach der FED ist vor der FED

In der vergangenen Woche hat die FED eine weiter Zinssenkung im Umfang von 25 Basispunkten beschlossen. Dabei gab es eine offensichtliche Dissens in den Reihen der Notenbanker. Einige waren der Meinung, eine Zinssenkung müsse her, andere plädierten dafür abzuwarten und die Zinsen so zu belassen, wie sie sind. Allein daran wird deutlich, dass die Situation, in der die Märkte und die gesamte Weltwirtschaft sich derzeit befindet, nicht vergleichbar mit dem ist, was wir in den vergangenen Dekaden erlebt haben. FED-Chef Powell gab zu, dass es für eine solche Situation keine Erfahrungswerte gibt. Daher müsse man die Wirtschaftsdaten, die fortwährend erhoben werden, äußerst genau beobachten und entsprechende Schlüsse daraus ziehen. Insgesamt ließ sich Powell nicht in die Karten schauen. Fragen nach der Problematik „Inverse Zinsstrukturkurve“ oder danach, welche Meinung er persönlich in Anbetracht der Uneinigkeit innerhalb der FED vertrete, wich er geschickt aus. Dementsprechend wenig bewegten sich die Märkte, denn Hinweise zum anvisierten Kurs der FED gab Powell nicht. Außerdem sagte er mehrfach, die amerikanische Wirtschaft sei in einer guten Verfassung. Die schrittweise Verlangsamung des Wirtschaftswachstums erklärte er mit globalen Faktoren wie dem Handelskrieg und der zunehmend kriselnden Wirtschaft in Europa. Dies schlage logischerweise auch auf die US-Wirtschaft durch.

Die erhofften geldpolitischen Signale blieben aus und Powell betonte, man werde von Zinsentscheid zu Zinsentscheid schauen und je nach Entwicklung der Daten entscheiden. Somit sind die Erwartungen an die nächste Zinsentscheidung der FED am 30. Oktober entsprechend gemischt. Zuvor sollen Gespräche zwischen China und den USA den Handelskonflikt lösen, doch dass dies tatsächlich gelingen wird, damit rechnen die Wenigsten. Der handelspolitische Fortgang ist ein entscheidender Punkt hinsichtlich der geldpolitischen Entwicklung. Im Falle weiterer Eskalationen wird die FED womöglich stärker gefordert sein. Im Falle einer Entspannung oder gar Beilegung könnte der Tritt auf das Zinssenkungspedal vorerst enden.

Für die kommende Woche ist besonders die Bekanntgabe des US-BIP von Bedeutung. Die Märkte, die zurzeit ohnehin niedriges Volumen haben, reagierten teils heftig auf unerwartete Zahlen.

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