HeidelbergCement Analyse vom 23.09.2019

Wettbewerbsposition und Geschäftsentwicklung der HeidelbergCement AG

Der deutsche Traditionskonzern HeidelbergCement AG, welcher bereits im Jahr 1874 gegründet wurde, zählt mit rund 58.000 Mitarbeitern zu den führenden Baustoffkonzernen auf der Erde. Insgesamt ist die Firma an 3.000 Standorten in 60 Ländern aktiv. Auf globaler Ebene gilt das Unternehmen als zweitgrößter Zementhersteller, im Bereich Transportbeton und Asphalt hat die Gesellschaft Platz drei inne. Bei Zuschlagstoffen nimmt die HeidelbergCement AG sogar den weltweiten Spitzenplatz ein.

In den vergangenen zwei Jahrzehnten konnte der Konzern in der Summe erheblich expandieren. Wurden im Jahr 1999 Umsatzerlöse von 6,4 Milliarden Euro erzielt, so bewegte sich diese Zentralkennziffer bis zum Jahr 2018 auf 18,1 Milliarden Euro nach oben. Im gleichen Zeitraum stieg der Jahresüberschuss von 271 Millionen auf 1.143 Millionen Euro. Allerdings verlief das Geschäft des süddeutschen Unternehmens zeitweise sehr zyklisch. So hatte die Firma im Jahr 2009 unter den weltweiten Auswirkungen der Lehmann-Krise erheblich zu leiden und musste damals bei den Erlösen und beim Nettogewinn einen kräftigen Rückgang verzeichnen.

Aktuell profitiert das Unternehmen von der zunehmenden Urbanisierung in vielen Regionen der Welt, welche tendenziell zu einer höheren Nachfrage von Baustoffen führt. Allerdings ist HeidelbergCement in global sehr fragmentierten Märkten tätig, weshalb die Konkurrenz in den einzelnen Geschäftsbereichen sehr groß ist. Deshalb ist es für HeidelbergCement entscheidend, sich bei den Produkten positiv vom Wettbewerb zu differenzieren, was vor allem über die Qualität der einzelnen Baustoffe passiert. Zudem legt HeidelbergCement einen großen Wert auf Nachhaltigkeit, um den zunehmenden Umweltanforderungen vieler Kunden Rechnung zu tragen. Um langfristig weiterhin erfolgreich zu sein, ist das Unternehmen weiterhin darauf angewiesen, sich technologisch positiv vom Wettbewerb zu unterscheiden, was bisher auch in der Summe gelang.

Bedeutend für den Aktienkurs ist das operative Ergebnis EBIT. Hier musste der Konzern im vergangenen Jahr allerdings einen deutlichen Rückschlag hinnehmen. Allerdings bewegte sich die EBIT-Marge im Jahr 2018 immer noch auf einem vergleichsweise hohen Niveau. Allerdings wird die Verbesserung der Margen auch in Zukunft die größte Herausforderung für den CEO Bernd Scheifele, welcher bereits seit dem Jahr 2015 im Amt ist, bleiben.

Übersicht Geschäftsentwicklung (Umsatz, EBIT und Nettogewinn jeweils in Mrd. Euro)

JahrUmsatzEBITNettogewinnAnzahl Aktien (Mio.)Gewinn Aktie
201615,1661,9840,706198,423,66 €
201717,2662,1880,918198,424,62 €
201818,0781,9841,143198,425,76 €

 

Zukünftige fundamentale Entwicklung der HeidelbergCement AG

Für die Jahre 2019 bis 2022 sind die die Analysten im Konsens recht optimistisch für die weitere Entwicklung der HeidelbergCement AG. Dies ist unserer Einschätzung wegen des Baubooms in vielen Ländern auch gerechtfertigt. Allerdings gefährden konjunkturelle Unsicherheiten diese Schätzungen, welche weiterhin latent sind. Über das Jahr 2022 bestehen weiterhin gute Voraussetzungen für den Konzern, weiterhin überdurchschnittlich stark zu expandieren. Allerdings dürften sich die Wachstumsraten beim Umsatz eher etwas abflachen.

Analystenschätzungen Konsens (Quelle Finanzen.net) bezogen auf den Aktienkurs vom 19.07.2019

JahrUmsatz Mrd. € (e)Nettogewinn Mrd. € (e)Umsatzrendite (e)KGV (e)Dividende je Aktie  (e)Div.-Rendite (e)
201919,21,256,5 %11,42,333,25 %
202020,01,417,1 %10,22,623,65 %
202120,81,557,5 %9,32,833,95 %
202221,81,748,0 %8,23,264,55 %

 

Fazit und Einschätzung

Mit einem geschätzten 2019er-KGV von 11,4 und steigenden Nettogewinnen in den Folgejahren ist die Aktie von HeidelbergCement optisch günstig bewertet. Auch heben die zukünftig zu erwartenden Dividendenzahlungen das Attraktivitätsniveau der Aktie. Allerdings bleibt das Wettbewerbsumfeld, wie zuvor bereits formuliert, relativ anspruchsvoll für den Konzern. Die zudem latente Gefahr eines globalen Konjunkturabschwungs sollte ebenfalls berücksichtigt werden. Daher stufen wir das Papier derzeit mit dem Urteil „Halten“ ein.

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