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G20-Gipfel voraus

Die beiden wichtigsten Notenbanken der Welt hatten in der vergangenen Woche diverse Auftritte – mit weitreichenden Folgen. Zunächst ließ am vergangenen Dienstag EZB-Chef Draghi durchblicken, dass die für Ende 2019 angedachten, ersten Zinserhöhungen auf das Jahr 2020 verschoben werden. Konkret ist die Rede von Mitte 2020, allerdings mit der Einschränkung, dass die EZB jederzeit mittels einer weiteren Verschiebung auf die wirtschaftliche Entwicklung reagieren könne. Mit anderen Worten: die europäische Wirtschaft verkraftet derzeit keine Zinsanhebung, weil insbesondere Mitgliedsstaaten wie Italien schon jetzt kaum über die Runden kommen. Der inzwischen rund 2,3 Billionen Euro schwere Schuldenberg ist einfach zu groß und die Wirtschaft kriselt bereits. Kaum ein EU-Staat bekommt es hin, in Zeiten des Aufschwungs Schulden abzubauen. Deutschland gehört zu den Ausnahmekandidaten, aber wenn man ehrlich ist, dann ist der Schuldenabbau lediglich ein Effekt der EZB-Nullzinspolitik. Wirklich daran zu glauben, dass Mitte 2020 die EZB erstmals seit Jahren die Zinsen anhebt, fällt auch deshalb sehr schwer, weil immer mehr negative Einflussfaktoren die Wirtschaft belasten – Stichwort Dieselkrise, Handelskrieg und Brexit.

 

Blicken wir auf die andere Seite des Atlantik in die USA: Am Mittwoch hatte die US-Notenbank FED mitgeteilt, ihren Leitzins zunächst unverändert bei 2,5 Prozent zu belassen. Die Erwartungen des Marktes hinsichtlich baldiger Zinssenkungen konnten gefestigt werden, denn FED-Chef Powell hatte in seiner anschließenden Pressekonferenz gesagt, das vorrangige Ziel der FED sei es, den Wirtschaftsaufschwung aufrecht zu erhalten, sei es auch erneut unter Einsatz von Instrumenten expansiver Geldpolitik. Man wolle die Wirtschaftsentwicklung ganz genau beobachten und entsprechend reagieren, wenn man es für nötig halte. Möglichkeiten, die Wirtschaft nach einer mehrjährigen Periode steigender Leitzinsen zu stimulieren wären einerseits Zinssenkungen und andererseits der verstärkte Kauf von Staats- und Unternehmensanleihen. Bis dato agiert die FED genau andersherum, indem sie ihre stark aufgeblasene Bilanz sukzessive abbaut. Eine erneute Geldschwemme würde den Aktienmärkten womöglich wieder neuen Auftrieb verleihen.

 

Die neue Woche wartet erneut mit teils extrem wichtigen Nachrichtenterminen auf. Zunächst steht die Zinsentscheidung in Neuseeland am Mittwochmorgen an. Am Donnerstag folgen dann BIP-Zahlen aus Amerika, die ein wichtiger Gradmesser für die künftigen Entwicklung sein können. Am Freitag folgen BIP-Zahlen aus Großbritannien und Kanada, begleitet von Inflationszahlen aus Europa. Besonders hervorzuheben ist der am Wochenende des 28. und 29. Juni stattfindende G20-Gipfel in Japan. Hier werden unter anderem China und Amerika ihre Gespräche zum Handelskrieg fortführen.

Informationen bereitgestellt von ATT-Trading

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