Fresenius Medical Care Analyse vom 10.09.2019

Wettbewerbsposition und Geschäftsentwicklung der Fresenius Medical Care AG & Co. KGaA

Der Fresenius Medical Care-Konzern (FMC) ist ein global führender Anbieter von Dialyseprodukten und Dialysedienstleistungen welche bei Menschen mit chronischem oder akutem Nierenversagen zum Einsatz kommen. Hierbei betreut das Unternehmen, welches seinen operativen Hauptsitz im hessischen Bad Homburg hat, betreibt in 50 Ländern gut 3.900 Dialysezentren. Nach eigenen Angaben führte die Gesellschaft im Jahr 2018 circa 50 Millionen Dialysebehandlungen bei 333.000 Patienten durch, womit die Firma den ersten Platz unter den Dialyseanbietern einnimmt.  Größter und entscheidender Aktionär ist mit einem Anteil von 30,75 Prozent das Unternehmen Fresenius SE & Co. KGaA, welches ebenfalls im deutschen Leitindex DAX gelistet ist.

In den vergangenen zwei Jahrzehnten entwickelte sich der Konzern zumeist recht erfolgreich. Betrugen die Erlöse im Jahr 1999 noch 3,58 Milliarden Euro, so wurden im Jahr 2018 immerhin 16,55 Milliarden Euro umgesetzt. Der Nettogewinn legte im gleichen Zeitraum ebenfalls nahezu kontinuierlich zu, so dass die Nettoumsatzrendite zuletzt immerhin 12,0 Prozent betrug. Auch die Aktie, welche zur Jahrtausendwende bei rund 29 Euro gehandelt wurde, konnte sich in den vergangenen zwei Jahrzehnten etwas mehr als verdoppeln.

Seit Ende 2018 steht die Aktie von Fresenius Medical Care aber vergleichsweise stark unter Druck. Wurde das Papier damals um die Marke von 90 Euro gehandelt, so bewegte sich der Kurs im September 2019 lediglich etwas oberhalb der Marke von 60 Euro. Ursache für den damaligen Kursverfall war eine Mitte Oktober 2018 veröffentlichte Gewinnwarnung von FMC, da damals die Entwicklung der Patientenzahlen unter den zuvor kommunizierten Annahmen des Managements lagen. Entsprechend musste im Jahr 2018 ein signifikanter Umsatzrückgang von sieben Prozent hinnehmen, was für die erfolgsverwöhnte Firma damals ein echter Rückschlag war.

Mittlerweile hat sich das Sentiment unter den Investoren und Analysten für die FMC-Aktie aber wieder spürbar verbessert. Zwar dürfte der Nettogewinn im Jahr 2019 deutlich unter den dem Rekord des Jahres 2018 liegen. Allerdings rechnen die meisten Experten fest damit, dass FMC ab dem Jahr 2020 wieder zurück auf die Erfolgsspur findet. Dies gilt ebenfalls für den Umsatz, welche im Jahr 2022 deutlich oberhalb der Marke von 20 Milliarden Euro liegen könnte.

Übersicht Geschäftsentwicklung (Umsatz, EBIT und Nettogewinn jeweils in Mrd. Euro)

JahrUmsatzEBITNettogewinnAnzahl Aktien (Mio.)Gewinn Aktie
201616,682,0791,158307,223,79 €
201717,782,0091,280308,114,16 €
201816,552,7371,982307,886,45 €

 

Zukünftige fundamentale Entwicklung der Deutschen Telekom AG

Dass die Firma Fresenius Medical Care ab dem Jahr 2020 wieder ansprechende Steigerungsraten beim Umsatz und Nettogewinn liefern kann, stufen wir als überwiegend wahrscheinlich ein. Insgesamt ist die Firma ein etablierter Player, welche über einen fundierten Wissensvorsprung gegenüber den meisten Wettbewerbern besitzt. Allerdings ist der Konzern mittelfristig vor allem regulatorischen Risiken in vielen Ländern ausgesetzt, da der Gesundheitssektor in vielen Staaten stark von der jeweiligen Politik beeinflusst wird. Langfristig ist zudem kaum zu kalkulieren, ob nicht neue Behandlungsmethoden bei Nierenversagen zu einer ernsthaften Konkurrenz für das Geschäftsmodell von FMC werden. Insgesamt befinden sich weltweit einige Präparate in der Entwicklung, welche die weltweite Anzahl der Patienten in diesem Sektor weltweit negativ beeinflussen könnte.

Analystenschätzungen Konsens (Quelle Finanzen.net) bezogen auf den Aktienkurs vom 19.07.2019

JahrUmsatz Mrd. € (e)Nettogewinn Mrd. € (e)Umsatzrendite (e)KGV (e)Dividende je Aktie  (e)Div.-Rendite (e)
201917,521,2197,0 %16,61,151,67 %
202018,631,3937,5 %14,91,261,82 %
202119,741,5507,9 %13,41,351,96 %

 

Fazit und Einschätzung

Nach dem Kursrückgang in den vergangenen 12 Monaten scheint die Aktie jetzt ein faires Bewertungsniveau erreicht zu haben. Zwar ist das 2019er-KGV mit 16,6 eher durchschnittlich, die erwarteten Gewinnsteigerungen für das Jahr 2020 und 2021 verleihen dem Titel aber dennoch eine gewisse Attraktivität. Insgesamt ist die FMC-Aktie für uns dennoch nur eine Halteposition, da die regulatorischen Risiken in vielen Zielländern nur schwer kalkulierbar sind. Insgesamt gibt es im DAX derzeit einige Aktien mit einer deutlich attraktiveren Investmentstory für potenzielle Anleger.

Menü