E.ON Analyse vom 31.07.2019

Wettbewerbsposition und Geschäftsentwicklung der E.ON SE

Mit der Fusion zwischen den Mischkonzernen VEBA und VIAG entstand das Unternehmen E.ON im Juni 2000. Seitdem ist die Aktie des führenden deutschen Energiedienstleisters stets im DAX vertreten. War das Unternehmen bis Ende des letzten Jahrzehnts sehr erfolgreich und stieg an der Börse nahezu kontinuierlich an Wert, führten mehrere Ereignisse zu einem massiven Kursverfall der Aktie. So wurde sich mit dem verstärkten Einsatz der erneuerbaren Energien und dem Rückbau der Kernkraft das ehemalige Geschäftsmodell zunehmend unattraktiv. Insbesondere nach der Nuklearkatastrophe vom Fukushima machte ein anhaltender Kursverfall bei der Aktie die Neuausrichtung von E.ON erforderlich. Dieser Firmenumbau ist ein den vergangenen Jahren recht konsequent erfolgt, wobei das Tochterunternehmen PreussenElektra GmbH immer noch sechs Kernkraftwerke betreibt. Insgesamt hat die strategische Neuausrichtung von E.ON zu massiven Umsatzrückgängen geführt. Beliefen sich die Erlöse im Jahr 2012 auf knapp 134 Milliarden Euro, so reduzierte sich dieser Betrag im Jahr 2018 auf nur noch etwas mehr als 30 Milliarden Euro. Zudem verzeichnete das Unternehmen in den Jahren 2014 bis 2016 erhebliche Milliardenverluste, welche aber aktuell nicht mehr anfallen.

Mittlerweile ist die deutlich geschrumpfte E.ON SE wieder zukunftsträchtiger aufgestellt und hauptsächlich in den Bereichen Energienetze, Energiedienstleistungen und erneuerbare Energien engagiert. Da mit der Energiewende und der Klimadebatte neue Formen der Stromerzeugung stark gefragt sind und die Netzsicherheit permanent an Bedeutung gewinnt, besteht durchaus die Chance, dass der Konzern für seine Aktionäre in der Zukunft wieder positive Renditen liefert. Mit dem geplanten Abschluss der Übernahme des Unternehmens Innogy, einem RWE-Tochterunternehmen, dürfte der Umsatz ab dem Jahr 2020 einmalig erheblich steigen. Allerdings bestehen aufgrund vieler regulatorischer Unsicherheiten im deutschen Energiemarkt und beim Rückbau der Kernenergie immer noch erhebliche Risiken, welche teilweise weiterhin nur sehr schwer prognostizierbar sind.

Übersicht Geschäftsentwicklung (Umsatz, EBIT und Nettogewinn jeweils in Mrd. Euro)

JahrUmsatzEBITNettogewinnAnzahl Aktien (Mio.)Gewinn Aktie
201639,2-0,41-8,452.001-4,33 €
201739,04,663,922.2011,84 €
201830,33,953,222.2011,49 €

 

Zukünftige fundamentale Entwicklung der E.ON SE

Mit dem zu erwartenden Zukauf von Innogy sollte der Umsatz der E.ON SE schlagartig steigen. Allerdings dürfte das Wachstum nach der Transaktion wieder auf ein Normalmaß schrumpfen. Entscheidend ist, dass E.ON in Zukunft wieder attraktive Margen erreichen kann. Dies ist angesichts der veränderten Marktstruktur aber keinesfalls sicher. Langfristig dürfte E.ON die Dividenden nur erhöhen können, falls sich die Marktbedingungen wieder verbessern. Allerdings erschließen sich mit dem zunehmenden Aufkommen von neuen Technologien, wie unter anderem der Elektromobilität, neue Absatzquellen für den Konzern. Zum einen durch die zusätzliche Stromnachfrage. Zum anderen könnten dürfte der Markt für neue Services, wie Ladesäulen, mehr Geld in die Kassen der Firma spülen. Allerdings herrscht hinsichtlich dieser Thematik immer noch recht wenig Visibilität, da der Anteil der E-Autos am Gesamtabsatz immer noch gering ist.

 

Analystenschätzungen Konsens (Quelle Finanzen.net) bezogen auf den Aktienkurs vom 19.07.2019

JahrUmsatz Mrd. € (e)Nettogewinn Mrd. € (e)Umsatzrendite (e)KGV (e)Dividende je Aktie  (e)Div.-Rendite (e)
201931,01,524,9 %14,30,464,81 %
202065,41,862,8 %13,70,505,21 %
202172,21,992,8 %12,90,535,56 %

 

Fazit und Einschätzung

Auf Basis der aktuellen Analystenschätzungen ist die Aktie mit einem 2019er-KGV von 14,3 und einer Dividendenrendite von 4,8 Prozent optisch nicht teuer. Insgesamt dürften sich die Chancen und Risiken beim E.ON-Konzern in etwa die Waage halten. Letztendlich muss der Konzern im Rahmen der Energiewende weiter unter regulatorischen Risiken umgehen, weshalb wir den Titel derzeit lediglich mit „Halten“ einstufen können.

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