Put-Strategien

Die Wheel-Strategie für Investoren erklärt

Diese Optionsstrategie könnte für jeden modernen Investor, welcher mehr Kontrolle und geringeres Risiko schätzt, interessant sein. Ich bin in anderen Texten bereits auf Teile dieser Strategie eingegangen. Das Erlernen dieser Strategie ist meist ein AHA-Erlebnis am Weg eines jeden erfolgreichen Investors. Sie zeigt schön auf, wie man im Laufe der Zeit mit Optionen erfolgreich Vermögen bilden kann. Dabei muss aber nicht zwingend die gesamte Strategie verwendet werden. Viele Investoren picken sich dabei Teile heraus, um ihre ganz persönliche Strategie zu supporten. 

 

In diesem Text soll ein Blick auf die gesamte Strategie möglich werden. Man unterscheidet hierbei zwischen 2 Varianten: 

  1.  Einfache Wheel-Strategie 
  2.  Wheel-Strategie für Fortgeschrittene

Die Wheel-Strategie ist dieselbe wie jene für Fortgeschrittene, sie unterscheiden sich nur dadurch, dass im letzteren mehrere Kontrakte gehandelt werden, und sich somit mehrere Möglichkeiten ergeben. 

  • Die Wheel-Strategie ist eines jener Tools, was dich als Investor für mehrere Szenarien im Markt bereit macht
  • Sie ist eine mögliche Richtlinie, an die man sich halten kann um dauerhaft Optionen zu handeln
  • Du kannst die Strategie so simpel oder so komplex wie nur vorstellbar anwenden
  • Mit dieser Strategie kannst du deinen zeitlichen Aufwand sehr gut planen

Wichtig ist, und das hört man von sehr vielen Investoren welche diese Strategie erfolgreich umsetzen, dass man hier Aktien verwendet, an die man langfristig glaubt. Wie in allen Strategien ist der größte Erfolgsfaktor die psychologische Einstellung des Investors. Schmeißt man die Nerven weg, kann dies schwerwiegende Folgen haben. Wenn man nur Aktien handelt, an welche man langfristig glaubt, wird dieses psychologische Dilemma minimiert. Beginnen wir also mit der ersten Position der Wheel-Strategie. 

Einfache Wheel-Strategie

Erste Position eröffnen

Verkaufe einen Out-of-the-Money Put. Du kannst natürlich auch einen Put am Geld verkaufen, wenn du die Wahrscheinlichkeit erhöhen willst, Aktien einbuchen zu lassen. Für den Verkauf des Puts erhältst du die Optionsprämie. Du wartest bis zum Ende der Laufzeit. 

Wenn der Aktienkurs über deinem Ausübungspreis liegt, passiert nichts und du hast die Prämie als Gewinn verbucht. Ist das der Fall wiederholst du den Verkauf des Puts einfach und holst dir die nächste Optionsprämie ab. 

Wenn der Aktienpreis unter deinem Ausübungspreis liegt, hast du die Prämie als Gewinn verbucht und 100 Stück Aktien in deinem Besitz. Der Aktienkurs liegt jetzt unter deinem Kaufpreis. Wenn du mit dem Aktienpaket einen Kursgewinn erzielen möchtest, müsstest du warten bis der Kurs wieder steigt. 

Zweite Position eröffnen 

Oder du entscheidest dich dafür, die Wheel-Strategie anzuwenden. In diesem Fall verkaufst du einen Call auf diese Aktien. Dein Call ist somit automatisch ein Covered Call. Auch dieses Mal bekommst du die Optionsprämie. Wo du deinen Ausübungpreis wählst bleibt natürlich dir überlassen. Wenn du die Aktien mit Gewinn verkaufen willst, musst du den Ausübungspreis aber so wählen, dass er größer oder gleich deinem Kaufpreis der Aktien entspricht. Auch dieses Mal wartest Du bist das Ende der Laufzeit erreicht ist. 

Wenn der Aktienkurs unter deinem Ausübungspreis liegt, passiert nichts und du hast die Prämie als Gewinn verbucht. Die Aktien gehören weiterhin Dir. Ist dies der Fall wiederholst du den Verkauf des Calls und holst dir die nächste Optionsprämie ab, solange bis deine Aktien verkauft werden. 

Wenn der Aktienkurs über deinem Ausübungspreis liegt, hast du die Prämie als Gewinn verbucht und deine Aktien erfolgreich wieder verkauft. Was bietet sich danach an? Genau: Man beginnt wieder von vorne und verkauft den nächsten Put um Optionsprämien zu generieren. 

Zusammenfassung einfache Wheel-Strategie

Dieses Rad kann man immer und immer wieder handeln, solange man die Lust dazu hat. Die Strategie ist sowohl einfach, als auch effektiv. Damit lassen sich in guten Marktphasen durchaus 15-20 Prozent Rendite aufs eingesetzte Kapital erzielen. 

Man beginnt einfach mit dem Verkauf eines Puts und wartet was passiert. Werden keine Aktien eingebucht verkauft man den nächsten Put. Werden Aktien eingebucht, verkauft man darauf einen Covered Call. Der Call wird so oft verkauft, bis die Aktien wieder ausgebucht werden, danach beginnt man von vorne. 

Man sieht, dass es im Grunde genommen nichts ausmacht, wenn Aktien längere Zeit eingebucht sind, da man jederzeit Optionsprämien generieren kann. In schwierigen Marktphasen sollte man jedoch trotzdem für jeden Situation einen Plan haben. Wie Eingangs erwähnt ist es hierbei wichtig Aktien zu verwenden, an welche man langfristig glaubt. 

Wheel-Strategie für Fortgeschrittene

Die Voraussetzung hierfür ist ein etwas dickeres Konto, außerdem sollte man sich mit Optionen schon etwas sicherer fühlen, um den Überblick zu behalten. 

Die erste Position ist wieder die gleiche: Du verkaufst einen oder mehrere Puts auf eine Aktie deiner Wahl und nimmst somit die Optionsprämie ein. Nun wartest du wieder bis zum Ende der Laufzeit ab was passiert. 

Zweite Position eröffnen

Wenn Dir nun Aktien eingebucht werden kannst du natürlich wieder den Covered Call handeln. Du verkaufst einen oder mehrere Calls auf deine Anteile (Je nachdem wieviele Puts du zuvor gehandelt hast). 

Wenn dein Konto aber groß genug ist, kannst du gleichzeitig einen weiteren Put (vielleicht weiter unten) verkaufen. Der Vorteil dabei liegt auf der Hand: Der Kurs kann nur in eine der beiden Richtungen gehen. Das heißt, dass du auf einer Seite immer die komplette Optionsprämie behältst ohne, dass eine Ausübung auf dieser Seite passieren wird. 

Sollte der Aktienkurs nun weiter fallen und dein Put ausgeübt werden, kannst du deinen Durchschnittspreis in der Aktie dadurch verringern. Um das Rad wieder komplett zu machen, verkaufst du dann eben wieder einen Covered Call mehr. Die Anzahl der Covered Calls sollte dabei immer dem eingebuchten Aktienpaket entsprechen. 

Aufpassen auf das Gesamtrisiko

Mehrere Positionen handeln sollte man nur wenn das Konto dazu auch wirklich groß genug ist. Eine Aktienposition sollte niemals überhand im Portfolio bekommen. Das Risiko sollte dementsprechend auf mehrere Aktien aufgeteilt werden. Natürlich ist jeder Investor selbst für sein Risiko verantwortlich, allerdings sind dies hier gut gemeinte Tipps. 

Darüber hinaus sollte man auf die Bewegungen des Index achten. Wenn sich eine Korrektur anbahnen könnte, sollte man sich wieder einen Plan zurechtlegen wie man mit den Positionen umgeht. Eigentlich ist es kein Problem die Aktien weiter so betreuen, wie es oben beschrieben wurde. Es könnte in gewissen Situation aber schwierig werden Calls größer oder gleich dem Einkaufspreis der Aktien zu bekommen. Um diese Situationen in den Griff zu bekommen, sollte jeder Investor sich mehrere Roll-Szenarien in seinen Werkzeug-Koffer packen, die er bei Bedarf auch anwendet. Aber ich werde in meinen Texten  im Laufe der Zeit auf alle möglichen Szenarien eingehen, um dem Investor mehrere Ideen zu geben, wie er mit diesen Situationen zurecht kommt. 

Zusammenfassung Wheel-Strategie für Fortgeschrittene

Sofern es das Konto zulässt weitere 100 Anteile einer Aktie zu kaufen, kann ein weiterer Put verkauft werden. Dies ist ein klassischer Strangle: Der Verkauf eines Calls und eines Puts auf dieselbe Aktie. 

Möglicher Ausgang: 

  • Wenn der Call ausgeübt wird, werden die Aktien verkauft und du behältst die Prämie des Calls UND des Puts
  • Wenn der Put ausgeübt wird, hast du 200 Aktien im Depot und würdest im nächsten Schritt 2 Calls darauf verkaufen. Du behältst die Prämie des Puts UND des Calls. 
  • Wenn keine der beiden Optionen ausgeübt wird behältst du beide Prämien und wiederholst diesen Schritt einfach noch einmal. 

Optionen zurückkaufen

Weiter oben habe ich immer wieder geschrieben, dass bei dieser Strategie auf den Verfallszeitpunkt gewartet wird. Man kann natürlich Optionen auch zurückkaufen wenn sich Gelegenheiten ergeben. 

Angenommen der Preis der Aktie läuft schneller nach oben als erwartet. In diesem Fall sinkt der Wert meiner eingenommenen  Optionsprämie. In diesen Situationen macht es durchaus Sinn die Option zurück zu kaufen und den Großteil der Prämie als Gewinn zu verbuchen. Somit habe ich wieder Zeit gewonnen und kann mein Kapital in einer anderen Aktie arbeiten lassen, oder schreibe den nächsten Put einfach etwas höher in der gleichen Aktie. Solche Dinge sollte man aber von Fall zu Fall betrachten. 

Kombinationen wie immer möglich

Wie immer ist dieser Text eine gewisse Richtlinie und muss nicht genau so umgesetzt werden. Jeder Investor wird passt diese Strategie für sich selbst an, um das Optimum heraus zu holen. Viele Menschen haben unterschiedliche Ziele und auch unterschiedliche zeitliche Ressourcen. Von daher ist es ganz normal sich das heraus zu picken, womit man auch weiter kommt. 

Es kann natürlich auch nur ein Teil der Strategie verwendet werden. Es sind aber auch teils extrem komplexe Strategien denkbar, die aus dem Grundkonstrukt hier entstehen. 

Tipps

Die richtige Wahl des Calls:

  • Wie lange will ich die Aktien behalten?
  • Wenn du schneller aus der Aktie rauskommen willst, verkauf den Call am Geld. Du bekommst mehr Prämie und die Wahrscheinlichkeit dass der Kurs darüber schließt ist größer. 
  • Wenn du größere Prämien haben willst, setze den Verfallszeitpunkt weiter in die Zukunft. Je länger die Laufzeit desto größer die Prämie.
  • Sei dir immer sicher, ob du die Aktien noch haben willst oder nicht. Wenn ja, verkaufe einen weiteren Call, sobald der letzte ohne Ausübung ausgelaufen ist. 

Regeln: 

  • Beachte, was der übergeordnete Markt tut. Die meisten Wachstumsaktien folgen dem Markt. Steigt der Markt, steigen die Aktien, fällt der Markt, fallen die Aktien. 
  • Beachte Earnings-Termine um eine Entscheidung für den Verfallszeitpunkt zu wählen. Wenn sich ein Earnings-Datum in der Nähe des Verfallszeitpunkts befindet, ändere lieber den Zeitpunkt. 
  • Gehe sicher, dass deine Positionsgröße in angemessener Relation zu deinem Kapital steht. 
  • Du musst genug Kapital vorhanden haben, um diese Strategie durchgehend handeln zu können. 
  • Disziplin und Routine ist der Schlüssel zu einem erfolgreichen Investor: Habe immer einen Plan! 

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