Deutsche Telekom AG Analyse vom 31.07.2019

Wettbewerbsposition und Geschäftsentwicklung der Deutschen Telekom AG

Die DeutscheTelekom AG ist 1995 aus dem früheren Staatsunternehmen Deutsche Bundespost TELEKOM entstanden und ging am 18. November 1996 an die Börse. Mittlerweile ist der Konzern mit den Tochtergesellschaften auf insgesamt 5 Kontinenten aktiv und gilt als der größte europäische Telekommunikationskonzern. Im Heimatmarkt Deutschland verfügt das Unternehmen über eine umfangreiche Infrastruktur im Festnetz, Internet- und Mobilfunkbereich und ist mit weiteren Marken wie congstar vertreten. Nach dem Abschluss der 5G-Auktion wird der Konzern das eigene Mobilfunknetz aufrüsten und sollte vom Vormarsch der IoT-Technik (Internet of Things) zunehmend profitieren.

In den USA ist die Bonner Gesellschaft mehrheitlich an T-Mobile US beteiligt, und zählt somit alleine in den Vereinigten Staaten indirekt über 80 Millionen Kunden. Mit einem Börsenwert von rund 70 Milliarden Dollar ist T-Mobile US mittlerweile ein sehr ernsthafter Konkurrent von AT&T und Verizon geworden. Seit Beginn dieses Jahrzehnts legte die T-Mobile-Aktie an der Nasdaq um rund 625 Prozent zu, was den Erfolg dieser bedeutenden Beteiligung untermauert.

Auf Konzernebene verzeichnete die Deutsche Telekom seit dem Jahr 2016 beim Umsatz ein stetiges Wachstum. Allerdings entwickelte sich die Profitabilität gemessen am EBIT insgesamt eher rückläufig. Dies zeigt, dass die Deutsche Telekom immer noch unter einem hohen Kostendruck steht. Zudem sind mit neuen Technologien wie 5G umfangreiche Investitionen erforderlich, was tendenziell ebenfalls Abschreibungen erforderlich macht.

Insgesamt ist die Deutsche Telekom AG in zukunftsträchtigen Geschäftsfeldern engagiert. Allerdings ist die Firma in vielen Märkten, wie auch in der Bundesrepublik, stark von der jeweils örtlichen zuständigen Regulierung  abhängig. Auch führen technische Veränderungen, wie zum Beispiel das Aufkommen von Messenger-Diensten, dass die klassische Telefonie einem zunehmenden Konkurrenzdruck ausgesetzt wird. Nachdem die Bedeutung der klassischen SMS tendenziell stark abgenommen hat, werden auch Auslandsgespräche zunehmend durch Messenger-Dienste substituiert. Dennoch halten wir die Deutsche Telekom zumindest für die kommenden Jahre gut aufgestellt.

 

Übersicht Geschäftsentwicklung (Umsatz, EBIT und Nettogewinn jeweils in Mrd. Euro)

JahrUmsatzEBITNettogewinnAnzahl Aktien (Mio.)Gewinn Aktie
201673,19,162,684.6770,58 €
201774,99,383,464.7610,74 €
201875,78,002,174.7610,46 €

 

Zukünftige fundamentale Entwicklung der Deutschen Telekom AG

Mittelfristig erwarten die Analysten im Konsens eine deutliche Verbesserung bei den Margen. Entsprechend hat dieser Optimismus zu einem Aufwärtstrend bei der Aktie seit Anfang 2018 geführt. Im anhaltenden Niedrigzinsumfeld macht die Dividendenpolitik die T-Aktie attraktiv. Im Zeitraum von 2014 bis 2018 stieg die Ausschüttung je Aktie von 0,50 Euro auf 0,70 Euro. Zudem sind in den kommenden Jahren weitere Erhöhungen bei der Dividende wahrscheinlich, was für viele Investoren sicherlich ein wichtiges Kaufargument liefert.

Analystenschätzungen Konsens (Quelle Finanzen.net) bezogen auf den Aktienkurs vom 19.07.2019

JahrUmsatz Mrd. € (e)Nettogewinn Mrd. € (e)Umsatzrendite (e)KGV (e)Dividende je Aktie  (e)Div.-Rendite (e)
201979,24,896,2 %14,40,754,93 %
202081,15,446,7 %13,10,805,25 %
202182,85,937,2 %12,00,855,58 %

 

Fazit und Einschätzung

Mit einem geschätzten 2019er-KGV von 14,4 und einer erkennbaren Gewinndynamik ist die T-Aktie derzeit unserer Meinung nach recht ansprechend bewertet. Zudem ist die Dividendenrendite im mittleren zweistelligen Prozentbereich sicherlich nicht unattraktiv. Deshalb sehen wir eine überdurchschnittliche Wahrscheinlichkeit, dass sich der seit Anfang 2018 anhaltende Aufwärtstrend fortsetzt. Natürlich sind auch bei der Telekom fundamentale Risiken, wie regulatorische Eingriffe von staatlicher Seite, nicht komplett auszuschließen. Dennoch ist das Geschäftsmodell relativ wenig konjunkturabhängig.

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