Put-Strategien

Darum verkaufe ich lieber Puts als Calls

Der Verkauf von Put-Optionen (Short Put) ist meiner Meinung nach dem Verkauf von Covered Calls weit überlegen. Nachfolgend findest du die Gründe warum ich das behaupte.

Investoren diskutieren in öffentlichen Foren sehr oft welche nun die bessere Methode ist. Grundsätzlich ist der Verkauf von Put-Optionen das gleiche wie der Verkauf von Call-Optionen (Short Call). Beide Strategien haben ihre Berechtigung und sie sollten auch beide von Investoren eingesetzt werden um das Optimum aus einer Investmentstrategie herauszuholen. Dennoch verkaufe ich häufiger Put-Otionen als Call-Optionen. Hier sind meine Top-Gründe warum ich lieber Puts als Calls verkaufe.

Verkauf von Puts – 7 Gründe, warum Puts besser als Calls sind.

1.Puts bringen mich zu geringerem Preis in die Aktien, die ich haben will. Gleichzeitig habe ich weniger Arbeit auf den richtigen Preis zu warten.

Durch den Verkauf von Put-Optionen kann ich mich in Aktien einkaufen, und gleichzeitig einen “Rabatt” in Form von der Optionsprämie bekommen. Wenn ich falsch liege und die Aktie steigt, kaufe ich sie zwar nicht, aber ich bekomme trotzdem den “Rabatt”, also die Prämie. Diese darf  ich in jedem Fall behalten. Mein Kapital sitzt währenddessen einfach da und wird somit sozusagen verzinst. Das gleiche könnte ich natürlich mit Covered Calls versuchen, allerdings ist mein Kapital dann dem Marktrisiko ausgesetzt, da ich zuvor die Aktien besitzen muss. Mit dem Verkauf von Puts sitzt mein Kapital sicher in meinem Depot und generiert mir Optionsprämien. Es besteht immer die Möglichkeit Puts weiter hinunter zu rollen, um einer Ausübung im Falle einer Korrektur zu entgehen.

2. Transaktionskosten

Das Schreiben von Covered Calls setzt zuerst den Kauf von Aktien voraus. Erst muss ich Aktien kaufen, um darauf meine Calls schreiben zu können. Wenn sich der Wert der Aktien verringert, könnte ich die Aktien wieder verkaufen (meist mit einem Verlust). Wenn ich zusätzlich die Calls schließe (da sie nicht mehr gedeckt oder “covered” sind) fallen ein weiteres Mal Transaktionskosten an.

Beim Schreiben von Puts, bleibt mein Kapital vorerst in Cash einfach am Depot und wird sozusagen verzinst. Ich zahle hier einmal Transaktionskosten. Wenn das Ablaufdatum des Puts näher rückt, schwindet die Optionsprämie und ich könnte mich dazu entschließen den Put mit Gewinn zurück zu kaufen. Wenn die Aktie korrigiert und mein Put “im Geld” landet, kann ich ihn auch zurückkaufen und weiterrollen (Wie funktioniert das Rollen?), oft sogar zu noch mehr Prämie als ich zuvor bekommen habe. Das Kapital an sich wurde währenddessen nicht angegriffen.

Wenn ich Puts hinunter rolle, kann der der Aktie am Weg nach unten gefolgt werden, oft sogar noch rentabel.

 

3. Margin bei Put-Verkauf

Da beim Verkauf von Put-Optionen mein Kapital nicht investiert ist, ist meine übrige Margin höher, somit kann ich mehr Puts verkaufen.

In einem Aufwärtstrend kann das wirklich zu einem sehr guten Ergebnis beitragen. In so einer Situation ist es möglich viel mehr Puts zu schreiben als ich Covered Calls schreiben könnte, da mehr Margin zur Verfügung steht.

Ein Investor muss aber vorsichtig sein und wissen was er tut, ansonsten könnte es dazu kommen, dass er bei einer Korrektur mehr Aktien kaufen müsste, als er Kapital in der Hinterhand hat.

 

4.Put-Verkauf erlaubt es mir zu entscheiden, wann ich mein Kapital binden möchte

Der Verkauf von Put-Optionen erlaubt es mir fast immer zu entscheiden wann ich mein Kapital in die Aktien investieren möchte. So lange ich den Put beobachte und immer rolle, bevor es zum Verfallsdatum kommt, kann ich fast immer eine Ausübung verhindern.

Normalerweise rolle ich ein paar Tage vor Ausübung, und/oder wenn mein Put tief im Geld ist. Über Roll-Techniken werden wir uns noch öfter unterhalten, beziehungsweise sind viele Texte dazu geplant.

 

5. Strategien um zusätzliches Einkommen zu erzeugen durch ITM-Puts   

Du wirst jetzt sagen: “Moment, wenn ich einen Covered Call über dem Aktienpreis verkaufen kann, und die Aktie ansteigt, protifiere ich auch durch einen Wertanstieg der Aktie. Das ist in jedem Fall richtig!

Trotzdem könnte man sich aber dafür entscheiden mittelsgleitenden Durchschnitten einen kurzen Aufwärtstrend auszunutzen und In the money – Puts verkaufen. Bewegt sich die Aktie weiter nach oben, ändert sich dadurch auch die Optionsprämie und ich kann vom Anstieg der Aktie auch so profitieren. Trotzdem halte ich noch immer den Put, und muss mein Kapital nicht in einer Aktie binden.

Wenn die Aktie bis zum Verfallstermin der Option über meinem Ausübungspreis liegt, verfällt der Put wertlos und behalte ich die ganze Prämie. Wir werden so eine Vorgehensweise noch sehr oft thematisieren. Put-Verkauf in einem Aufwärtstrend kann richtig Spaß machen, wenn man es richtig macht.

 

6.Verkauf von Puts bezahlt für den Aktienkauf

Dies ist mein Lieblingspunkt. Der Verkauf von Put-Optionen erlaubt es mir die Puts ständig zu rollen, sodass ich immer kleine Prämien einnehmen, die sich irgendwann zu einem großen Kapitalstock aufsummieren. Im Endeffekt, wenn ich wirklich dazu bereit bin eine Ausübung zuzulassen, bezahlen die Optionsprämien dafür.

Andere Investoren bezahlen diese Optionsprämie jedes Mal an mich, um ihren Aktienbestand abzusichern. Wenn ich diesen Vorgang lange genug wiederhole, werden die Aktien, welche ich kaufen möchte, komplett von diesen Prämien finanziert.

Dies könnte sogar eine eigene Strategie darstellen. Solange Puts verkaufen, dass die Prämie reicht um den Aktienbestand zu vergrößern. Mein eigenes Kapital wird dafür nicht angetastet. Dies bringt uns gleich zum nächsten Punkt.

7. Verkauf von Puts erlaubt es mir mehr Puts zu verkaufen indem ich das Kapital anderer Leute verwende.

Der letzte Punkt handelt davon wie man durch den Verkauf von Puts dazu verwenden kann um noch mehr Puts zu verkaufen. Genial wie man so durch das Kapital anderer Leute Geld verdienen kann.

LEAP-Puts sind eine geniale Strategie dafür. Ein LEAP ist einfach gesagt eine sehr lange laufende Option, meist über ein Jahr oder länger hinweg. Als Beispiel könnte man einen lang laufenden Put auf die Daimler-Aktie verkaufen. In vielen Fällen ist die Prämie so hoch, dass locker 10-15 Prozent des Aktienwertes damit finanziert werden.  Fällt die Aktie unter meinen Ausübungspreis bekomme ich sie sehr günstig. Steigt sie allerdings bekomme ich 10-15 Prozent des zugrunde liegenden Aktienwertes für ein Jahr Wartezeit (oder kürzer).

Dieses Geld könnte ich dazu verwenden um einen weiteren Put auf eine andere Aktie, zum Beispiel auf Adidas, zu verkaufen. Ich habe also mehr Kapital zur Verfügung um weitere Puts zu verkaufen, und dabei weitere Prämien zu kassieren, ohne dass mein Kapital in einer der beiden Aktien investiert war.

So benutze ich das Kapital anderer Leute, nicht nur um für eine mögliche Ausübung zu bezahlen, sondern auch um weitere naked Puts in anderen Aktien zu verkaufen.

Zusammenfassung Put-Verkauf

Die Flexibilität des Put-Verkaufs sucht seinesgleichen. Ich habe nur ein paar wenige Punkte aufgezählt. Diese stellen aber die für mich wichtigsten dar. Ich verwende auch Covered Calls, allerdings verkaufe ich Puts lieber als Calls. Über die Jahre habe ich gelernt damit ganz gut umzugehen und mehrere Strategien gelernt, wie ich durch Puts Kapital schützen und gleichzeitig Einkommen erzeugen kann. Der Verkauf von Put-Optionen kann dazu verwendet werden um große Aktienkorrekturen abzufedern oder von Aufwärtstrends zu profitieren.

Der Verkauf von Put-Optionen ist meine liebste Investmentmethode. Mit Puts fürchte ich keine großen Markt Korrekturen. Ich kann durch den richtigen Einsatz von jeder Korrektur, sowie jeden Aufschwüngen profitieren. In jeder Korrektur steigen durch die erhöhten Volatilitäten die Optionsprämien an, wodurch noch mehr Einkommen erzeugt werden kann.

Ich glaube fest daran, dass jeder Investor den Verkauf von Put-Optionen zumindest im Demo-Account ausprobieren sollte um zu erfahren, was es wirklich bedeuten kann diese Strategien in ihren Werkzeugkasten einzubinden.

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