Daimler Analyse vom 25.06.2019

Wettbewerbsposition und Geschäftsentwicklung der Daimler AG

Der Stuttgarter Traditionskonzern Daimler ist ein weltweit bekannter Hersteller von Automobilen, Nutzfahrzeugen und Bussen. Bis zum Dieselskandal schaffte es der Konzern dank guter Qualität über Jahrzehnte hinweg eine gute Reputation aufzubauen. Entsprechend waren die Autos mit dem Stern über Dekaden hinweg bei vielen Staatsoberhäuptern extrem beliebt, welche die Fahrzeuge oftmals zu Repräsentationszwecken benutzten. Allerdings ist der Markenwert von Daimler laut einer von Institut Kantar veröffentlichten Studie im Juni 2019 weit entfernt von der Spitzenposition in Deutschland. Weltweit liegt Daimler nur noch auf Rang 54 und somit hinter SAP und der Deutschen Telekom, welche die Plätze 16 und 25 einnehmen.

An der Börse war die Entwicklung der Daimler-Aktie seit der Jahrtausendwende ebenfalls eher verhalten. Wurde die Aktie Anfang Januar 2000 noch bei 74 Euro gehandelt, so liegt der Kurs mittlerweile deutlich unter der Marke von 50 Euro. Nur dank der Dividenden konnten die Aktionäre in diesem Zeitraum dennoch eine kleine Rendite erwirtschaften. Belastend wirkten sich in der Vergangenheit zahlreiche Fehlentscheidungen wie zum Beispiel die Übernahme von Chrysler aus, welche letztendlich die Versprechungen des Managements nicht einmal ansatzweise erfüllen konnten.

In jüngerer Zeit versucht Daimler trotz des Dieselskandals sein Markenimage zu steigern. Hierbei soll auch verstärkt die jüngere Kundschaft angesprochen werden. Mit dem neuen CEO Ola Källenius, welcher mit 50 Jahren vergleichsweise jung ist, weht wieder ein etwas frischerer Wind bei Daimler. Allerdings musste der neue Vorstandsvorsitzende gut einem Monat nach seinem Amtsamtsantritt Ende Juni 2019 eine Gewinnwarnung veröffentlichen. Trotz all dieser Herausforderungen ist Daimler aber immer noch ein erfolgreiches Unternehmen, welches in den vergangenen Jahren expandieren konnte und deutlich profitabel arbeitete.

Übersicht Geschäftsentwicklung (Umsatz, EBIT und Nettogewinn jeweils in Mrd. Euro)

JahrUmsatzEBITNettogewinnAnzahl Aktien (Mio.)Gewinn Aktie
2015149,513,208,4210707,87 €
2016153,312,628,5310707,97 €
2017164,314,9010,5310709,84 €
2018167,410,917,2510706,78 €

 

Zukünftige fundamentale Entwicklung der Daimler AG

Im vergangenen Geschäftsjahr 2018 musste Daimler bereits einen massiven Ergebnisrückgang verzeichnen. Nach der Gewinnwarnung, welche Ende Juni 2019 veröffentlicht wurde. Rechnet der Konzern nur noch mit einem operativen Ergebnis auf Vorjahresniveau. Deshalb dürften auch die Analystenschätzungen für das laufende Geschäftsjahr und auch wahrscheinlich für die Folgejahre sinken. Insgesamt ist die Daimler AG aber weiterhin finanziell gut aufgestellt, um die Herausforderungen für die Zukunft, wie zum Beispiel den Wandel bei den Antriebsformen, finanzieren zu können. Dennoch besteht durchaus die Gefahr, dass Daimler in den kommenden Quartalen nochmalige Gewinnwarnungen veröffentlichen könnte, da der Handelskrieg und eine konjunkturelle Abkühlung in vielen Absatzmärkten das Geschäft tendenziell eher belasten.

 

Analystenschätzungen Konsens (Quelle Finanzen.net) bezogen auf den Aktienkurs vom 25.06.2019

JahrUmsatz Mrd. € (e)Nettogewinn Mrd. € (e)Umsatzrendite (e)KGV (e)Dividende je Aktie  (e)Div.-Rendite (e)
2019171,58,004,7 %6,53,116,54 %
2020174,88,104,6 %6,33,106,53 %
2021178,28,584,8 %5,93,176,67 %

 

Fazit und Einschätzung

Auf Basis der Gewinnschätzungen ist die Daimler AG mit einem 2020er-KGV von 6,5 ein echtes Schnäppchen. Zudem ist die erwartete Dividendenrendite mit gut 6,5 Prozent auf einem extrem hohen Niveau. Allerdings kämpft Daimler mit einigen Trends, welche sich nachteilig auf den Konzern auswirken könnten. Auch ist fraglich, wie sich Daimler bei den neuen Antriebsformen auf dem Weltmarkt durchsetzt.

Für Investoren, welche überzeugt sind, dass Daimler mit dem neuen CEO wieder verstärkt auf die Erfolgsspur zurückfindet, bietet sich bei dem aktuellen Bewertungsniveau sicherlich eine Chance. Allerdings befindet sich Daimler Aktie derzeit eher in einem Abwärtstrend. Sollte die Marke von 44,50 Euro nachhaltig fallen, dürfte dieser bestätigt werden. Daher sind die Risiken bei dem Papier keinesfalls zu vernachlässigen.

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