Covestro Analyse vom 22.06.2019

Wettbewerbsposition und Geschäftsentwicklung der Covestro AG

Das Unternehmen Covestro ist im Jahr 2015 aus der Ausgründung der Kunststoffsparte des Bayer-Konzerns entstanden. Bis zu diesem Zeitpunkt wurde das Geschäft unter dem Namen Bayer MaterialScience geführt. Als ein weltweit führendes Polymer-Unternehmen beschäftigt das Unternehmen 15.700 Mitarbeiter. Hierbei liegt ein besonderer Schwerpunkt auf der Entwicklung und  der Produktion von Hightech-Werkstoffen, welche auch über ein ordentliches Renditepotenzial verfügen. Zu den bedeutenden Abnehmerbranchen zählen unter anderem die Automobil-, Bau- und Elektronikindustrie. Zudem kommen die Covestro-Produkte bei Möbeln und Sportartikeln zum Einsatz. Die vier größten deutschen Standorte befinden sich in Brunsbüttel, Dormagen, Krefeld und Leverkusen und sind mit der neusten Technologie ausgestattet.

Seit der Ausgründung im Jahr 2015 konnte die Covestro AG den Umsatz insgesamt um rund 20 Prozent auf 14,6 Milliarden Euro steigern. Die Ergebnisentwicklung war deutlich positiver, wenngleich dieser von Sondereinflüssen geprägt war, weshalb hier die Aussagekraft der Unternehmenszahlen gering ist. Dennoch ist Covestro in zahlreichen forschungsintensiven Märkten aktiv, die durchaus lukrativ sind und über ein langfristiges deutliches Wachstumspotenzial verfügen. Insgesamt ist die Leverkusener Firma aber stark von der konjunkturellen Entwicklung und der Wettbewerbssituation auf dem Weltmarkt abhängig, weshalb mittelfristig immer wieder deutliche Schwankungen bei der operativen Entwicklung zu erwarten sind.

Übersicht Geschäftsentwicklung (Umsatz, EBIT und Nettogewinn jeweils in Mrd. Euro)

JahrUmsatzEBITNettogewinnAnzahl Aktien (Mio.)Gewinn Aktie
201512,10,680,34202,51,94 €
201611,91,330,80202,53,93 €
201714,12,802,01200,89,93 €
201814,62,581,82183,09,46 €

 

Zukünftige fundamentale Entwicklung der Covestro AG

Nach zwei sehr starken Geschäftsjahren 2017 und 2018 dürfte sich die operative Lage bei Covestro in diesem Jahr normalisieren. Hierbei rechnen die Analysten mit einem spürbaren Ergebnis- und Nettogewinnrückgang, wenngleich beide Kennziffern noch auf einem stattlichen Niveau verbleiben. Mittelfristig stehen die Chancen aber recht gut, dass die Covestro AG beim Umsatz und beim Nettogewinn wieder etwas an Dynamik gewinnt. Bis zum Jahr 2021 dürfte die Nettomarge jeweils bei mindestens 5,6 Prozent liegen, was die Ausschüttung einer stattlichen Dividende aus dem operativen Geschäft ermöglicht.

Analystenschätzungen im Konsens (Quelle Finanzen.net) bezogen auf den aktuellen Aktienkurs

JahrUmsatz Mrd. € (e)Nettogewinn Mrd. € (e)Umsatzrendite (e)KGV (e)Dividende je Aktie  (e)Div.-Rendite (e)
201913,30,745,6 %11,22,385,39 %
202013,60,765,6 %10,62,445,53 %
202114,20,866,1 %9,52,525,70 %

 

 

Fazit und Einschätzung

Die stark ausgeprägten Zyklen des Covestro-Geschäftsmodells haben sich bereits in der Vergangenheit auf den Aktienkurs ausgewirkt. Entsprechend zeigte sich die Volatilität bei der Aktie recht hoch. Wurde die Aktie kurz nach der Börseneinführung im Herbst 2015 um die Marke von 25 Euro gehandelt, so stieg das Papier bis zum Frühjahr 2018 bis knapp unter die Marke von 100 Euro an. Anschließend setzte aber wieder ein Abwärtstrend ein, weshalb die Aktie mit 44 Euro aktuell um mehr als 50 Prozent unter ihrem Allzeithoch tendiert.

Insgesamt bestehen weiterhin makroökonomische Risiken für Covestro und somit auch für die Aktionäre der Firma. Allerdings ist der Anteilschein auf dem aktuellen Niveau dennoch optisch recht günstig. Auf Basis der aktuellen Analystenschätzungen liegt das 2019er-KGV bei 11,2. Mit 5,4 Prozent bewegt sich die Dividendenrendite ebenfalls auf einem attraktiven Niveau. Langfristig trauen wir Covestro ein durchschnittliches Umsatzwachstum im mittleren bis einstelligen Prozentbereich zu. Insgesamt dürfte die Nachfrage nach Hightech-Kunststoffen tendenziell wachsen, weshalb die Leverkusener in einer Zukunftsbranche gut aufgestellt sind. Deshalb besteht eine große Chance, dass der Titel wieder ein einem Aufwärtstrend überwechselt, sofern die konjunkturellen Rahmenbedingungen sich nicht wesentlich zum Negativen verändern.

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