Continental Analyse vom 22.06.2019

Wettbewerbsposition und Geschäftsentwicklung der Continental AG

Der im Jahr 1871 gegründete Traditionskonzern Continental ist nach der Robert Bosch GmbH und  der japanischen Firma Denso der drittgrößte Automobilzulieferer der Welt.  Regional ist das Unternehmen weltweit tätig und erwirtschaftet nur 20 Prozent der Umsätze in Deutschland. Im restlichen Europa werden 29 Prozent der Erlöse generiert. Mit einem Umsatzanteil von 25 bzw. 22 Prozent sind die Märkte Nordamerika und Asien ebenfalls von erheblicher Relevanz. Bekannt ist das Unternehmen vor allem für die Reifensparte. Allerdings liefert Continental zudem zahlreiche weitere Komponenten für das Auto. Strategisch gliedert sich Continental in die Bereiche Automotive und Rubber auf. Die Automotive-Sparte generierte im Jahr 2018 Umsätze in Höhe von 26,9 Mrd. Euro während das Segment Rubber 17,6 Mrd. Euro an Erlösen generierte. Mit einem Anteil von 46 Prozent ist die IHO-Gruppe entscheidender Aktionär bei Continental. Diese Gruppe ist indirekt der Familie Schäffler zuzuordnen.

Im hart umkämpften Automobilmarkt ist die Continental AG relativ gut aufgestellt und verfügt über eine recht starke technologische Position. Entsprechend wurde im Jahr 2018 eine Nettoumsatzrendite von 6,5 Prozent generiert, was für einen Automobilzulieferer stattlich ist. Allerdings unterliegt auch die Zulieferindustrie einem starken Wandel, weshalb Continental in Zukunft einem ständigen Innovations- und Preisdruck unterliegt. Insgesamt ist der DAX-Konzern relativ konjunkturanfällig, was auch während der letzten großen Rezession in den Jahren 2008 und 2009 deutlich wurde. Damals schrieben die Hannoveraner dunkelrote Zahlen.

Das abgelaufene Geschäftsjahr 2018 verlief für Continental nach einer langen Phase des Aufschwungs eher verhalten. Das Umsatzwachstum kam nahezu zum erliegen, beim EBIT und Nettogewinn wurde ein kleiner Rückgang vermeldet.

Übersicht Geschäftsentwicklung (Umsatz, EBIT und Nettogewinn jeweils in Mrd. Euro)

JahrUmsatzEBITNettogewinnAnzahl Aktien (Mio.)Gewinn Aktie
201434,53,352,3820011,88 €
201539,24,122,7320013,64 €
201640,64,102,8020014,01 €
201744,04,562,9920014,92 €
201844,44,032,9020014,49 €

 

Zukünftige fundamentale Entwicklung der Continental AG

In der Automobilbranche ist das Klima derzeit sehr rau. Dies erschwert natürlich auch das Umfeld für einen Zulieferkonzern wie Continental. Insgesamt steht die Branche vor einem technologischen Umbruch, welcher die Karten in dem Geschäft neu mischen könnte. Zudem verunsichert der Handelskrieg zwischen den USA und China das Sentiment bei den Endkunden im Automobilmarkt. Zudem drohte US-Präsident Trump mehrmals mit Strafzöllen auf deutsche Autos.

Trotz dieser gravierenden Unsicherheiten sind die Analysten weiterhin mittelfristig recht optimistisch für die Continental AG. Sie rechnen mit weiter steigenden Erlösen in den kommenden Jahren und mit ab dem Jahr 2020 wieder mit steigenden Nettogewinnen. Allerdings ist sind hier die Investoren erheblich skeptischer, weshalb der Aktienkurs sich in den letzten zwölf Monaten von knapp 230 Euro auf rund 130 Euro reduzierte.

 

Analystenschätzung im Konsens (Quelle Finanzen.net) bezogen auf den aktuellen Aktienkurs

JahrUmsatz Mrd. € (e)Nettogewinn Mrd. € (e)Umsatzrendite (e)KGV (e)Dividende je Aktie  (e)Div.-Rendite (e)
201945,82,505,5 %10,34,413,38 %
202047,62,846,0 %9,04,713,61 %
202149,63,156,4 %8,25,003,83 %
202252,53,506,6 %7,55,003,83 %

 

Fazit und Einschätzung

Der Kursrutsch Ende 2018 hat die Continental-Aktie optisch sehr günstig gemacht. Zudem konnte im Bereich der Marke von 118 bis 120 Euro eine Unterstützungszone ausgebildet werden. Aktuell warten die Anleger auf neue Impulse, welche belegen, dass sich die Gewinnsituation bei der Continental AG wieder verbessert. Sollten sich die positiven Analystenschätzungen bewahrheiten, so besteht bei dem Papier ein erhebliches Erholungspotenzial.

Allerdings zeigen viele Konjunkturindikatoren in Deutschland aber auch in Europa nach unten. Sollte die Wirtschaft nicht anspringen, besteht für die Aktie ein erhebliches weiteres Rückschlagspotenzial.  Auf dem Höhepunkt der Finanzkrise im Jahr 2009 wurde die Aktie zeitweilig deutlich unter der Marke von 15 Euro gehandelt, was zeigt, welches Risiko die Aktie im Worst-Case aufweist. Obwohl ein solcher Crash derzeit nicht absehbar ist, könnte die Aktie bei einer Rezession deutlich unter die Marke von 100 Euro fallen. Auf der Gegenseite ist natürlich eine große Chance vorhanden, wenn sich die konjunkturelle Lage stabilisiert und Continental auch bei den Umsatzrenditen positive Akzente setzt. Insgesamt sollten Anleger unserer Einschätzung nach vor einem Einstieg bei der Aktie erste belastbare Signale abwarten, dass sich die Geschäftssituation aufhellt.

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