Beiersdorf Analyse vom 15.06.2019

Wettbewerbsposition und Geschäftsentwicklung der Beiersdorf AG

Die beiden Marken Kernmarken Nivea und Tesa stehen bei vielen Verbrauchern hoch im Kurs. Dies ermöglicht es dem Hamburger Unternehmen gegenüber dem Wettbewerb, relativ hohe Preise an die Endkunden weiterzugeben. Zur Erhaltung und Förderung der Markenbekanntheit investieren die Hanseaten einen recht hohen Umsatzanteil, was sich letztendlich auszahlt. Auch in Zukunft dürften die Marketinginvestitionen von großer Wichtigkeit sein, da der Bereich Hautpflegeprodukte aber auch Klebestreifen hart umkämpft ist. Zum einen stehen bekannte Großkonzerne wie Johnson & Johnson, Procter & Gamble und L’Oréal in einem Wettbewerbsverhältnis zu dem DAX-Konzern. Zum anderen werben aber auch viele Eigenmarken von Handelsketten (z.B. DM)  und No-Name-Produkten mit günstigen Preisen um die potenziellen Kunden.

Dank der hohen Reputation konnte die Beiersdorf AG in den vergangenen Jahren  erfolgreich agieren. Mit einer Nettoumsatzrendite von etwas über 10 Prozent zählte die Beiersdorf AG zu den profitabelsten Unternehmen im DAX. In den vergangenen Jahren stiegen die Umsätze zwar langsam, dafür aber stetig. Insgesamt verfügen die Hanseaten dank der guten Margen über eine hohe Innenfanzierungskraft und über eine hohe Eigenkapitalausstattung. Zudem ist Beiersdorf im defensiven Konsumgüterbereich aktiv, weshalb die Konjunkturanfälligkeit des Geschäftsmodells als recht gering einzustufen ist. Entsprechend wird das Beiersdorf-Papier von vielen Experten als ein vergleichsweise risikoarmes Aktieninvestment eingestuft.

Übersicht Geschäftsentwicklung (Umsatz, EBIT und Nettogewinn jeweils in Mrd. Euro)

JahrUmsatzEBITNettogewinnAnzahl Aktien (Mio.)Gewinn Aktie
20146,2850,7960,5292522,33 €
20156,6860,9620,6602522,91 €
20166,7521,0150,7092523,13 €
20177,0561,0880,6722522,96 €
20187,2331,0970,7282523,21 €

 

Zukünftige fundamentale Entwicklung der Beiersdorf AG

Für die kommenden Jahre gehen die Analysten weiterhin von einem stetigen Umsatzwachstum bei einer hohen Profitabilität aus. Insgesamt unterliegen die entsprechenden Endverbrauchermärkte nicht so starken Veränderungen, weshalb die Prognosequalität dieser Schätzungen vergleichsweise hoch sein sollte.

Dank der guten operativen Entwicklung tendierte der Aktienkurs in den vergangenen drei Jahrzehnten  zumeist in einem Aufwärtstrend. Kostete das Papier im Juli 1990 splitbereinigt rund 7,30 Euro so notierte die Beiersdorf-Aktie am 14.06.2019 bei 106,95 Euro auf Xetra. Aufgrund dieser starken Kursentwicklung ist die Bewertung des Anteilsscheins aber auch vergleichsweise üppig. Für das laufende Geschäftsjahr 2019 taxieren die Analysten das KGV auf 29, weshalb die Aktie optisch zu den teuersten im DAX zählt. Die Dividendenrendite ist mit unter 0,7 Prozent ebenfalls relativ niedrig, was auch auf die geringe Ausschüttungsquote zurückzuführen ist. Allerdings ist die Ausschüttung recht sicher und liegt immer noch über dem aktuellen Zinsniveau.

 

 

Analystenschätzung im Konsens (Quelle Finanzen.net) bezogen auf den aktuellen Aktienkurs

JahrUmsatz Mrd. € (e)Nettogewinn Mrd. € (e)Umsatzrendite (e)KGV (e)Dividende je Aktie  (e)Div.-Rendite (e)
20197,670,77610,1 %29,30,710,66 %
20208,030,83010,3 %27,30,710,66 %
20218,410,90710,8 %25,10,720,67 %
20228,750,99211,3 %22,90,700,65 %

 

Fazit und Einschätzung

Aktuell schätzen viele Investoren die überdurchschnittliche große Profitabilität und die stetigen Umsatzsteigerungen der Firma. Zumeist wird das Geschäftsmodell als sehr gut beurteilt, weshalb die Bewertung der Beiersdorf-Aktie bereits hoch ist. Insgesamt dürfte sich das Umsatzwachstum bei Beiersdorf in den kommenden Jahren per annum im einstelligen Prozentbereich bewegen, was eine regelrechte Kursexplosion eher unwahrscheinlich macht.

Dennoch hat die Beiersdorf-Aktie das Potenzial in den kommenden Jahren weiterhin anzuziehen, weshalb das Papier im aktuellen Niedrigzinsumfeld somit  für langfristig orientierte und defensive Investoren attraktiv sein könnte. Auf der Abwärtsseite sehen wir im Vergleich zu anderen Papieren ein recht geringes Risiko vor einem Kurseinbruch. Dies sollte die Nerven schonen, falls die weltweiten Börsen Modus nach langer Zeit in eine ausgeprägte Baisse überwechseln.

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