BASF-Analyse vom 31.05.2019

Wettbewerbsposition und Geschäftsentwicklung der BASF SE

Mit rund 122.000 Mitarbeitern und Erlösen von 63 Milliarden Euro ist BASF das weltweit führende Unternehmen im Chemiebereich. Mit sechs Geschäftsbereichen ist der Konzern in diesem Sektor breit aufgestellt und erwirtschaftet auch in Nordamerika und Asien nennenswerte Umsätze. Die rund 10.000 im Unternehmen engagierten Wissenschaftler, sowie Partnerschaften mit 600 Universitäten ermöglichen BASF auf einem technologisch hohen Niveau zu operieren und sich somit positiv im globalen Wettbewerb zu behaupten. Damit kann BASF die vergleichsweise hohen Lohnkosten, welche unter anderem am Hauptsitz Ludwigshafen, gegenüber dem Wettbewerb aus  den Schwellenländern ausgleichen.

In den vergangenen Jahren gab es bei BASF zahlreiche Änderungen im Geschäftsportfolio. Zum anderen wurden Firmen wie die Ciba AG, Cognis und Chemetall übernommen. Gleichzeitig zogen sich die Ludwigshafener aus vielen Bereichen zurück. Bedingt durch den Konzernumbau sind die historischen Finanzkennzahlen nur bedingt vergleichbar. Über die Jahre hinweg gelang es der BASF hingegen relativ konstant hohe Nettoumsatzrenditen zu erzielen, weshalb die Aktie des Unternehmen vor allem als Value Investment zu betrachten ist. Hierzu hat vor allem die technologische Stärke der BASF beigetragen, die der Firma eine gewisse Preissetzungsmacht verleiht.

 

Übersicht Geschäftsentwicklung (Umsatz, EBIT und Nettogewinn jeweils in Mrd. Euro)

JahrUmsatzEBITNettogewinnAnzahl Aktien (Mio.)Gewinn Aktie
201474,337,275,16918,55,60 €
201570,456,253,99918,54,33 €
201657,556,284,06918,54,41 €
201764,488,526,08918,56,61 €
201862,686,034,71918,55,11 €

 

Zukünftige fundamentale Entwicklung der BASF AG

Für das laufende Jahr erwarten die Analysten beim Nettogewinn einen Rückgang um gut 400 Mio. Euro auf 4,3 Mrd. Euro. Insbesondere läuft derzeit die Kunststoffsparte schlecht, welche viele Automobilkonzerne als Kunden hat. Der anhaltende Zollstreit zwischen den USA und China, aber auch mögliche Risiken im Verhältnis zwischen den USA und Europa belasten hierbei das Sentiment. Als global tätiger Chemiekonzern ist BASF ohnehin stark von den konjunkturellen Entwicklungen abhängig, was sich besonders stark auf die Ergebnisentwicklung auswirken kann.

Insgesamt gehen die Analysten aber im Konsens davon aus, dass sich die Gewinnsituation bei der BASF SE mittelfristig wieder verbessern wird und der Gewinn je Aktie spürbar steigt. Allerdings sind solche Prognosen mit Vorsicht zu genießen, sollte es eine weitere spürbare globale Abschwächung der Wirtschaftstätigkeit geben. Da das Geschäft der BASF SE aber insgesamt recht profitabel ist, dürfte der Konzern solche konjunkturellen Dellen, wie auch in der Vergangenheit, verkraften können. Insgesamt ist der DAX-Konzern recht zukunftsträchtig aufgestellt und dank der hohen Forschungsaufwendungen innovativ, weshalb sich die Firma langfristig auf einem leichten Wachstumspfad beim Umsatz entwickeln dürfte. Im Produktportfolio der BASF befinden sich einige attraktive Erzeugnisse, wie zum Beispiel Materialien für den 3D-Druck. Auch könnte BASF vom Boom bei der Elektromobilität profitieren. So sind für die Produktion der entsprechenden Akkus umfangreiche und hochkomplexe Lösungen erforderlich, die zum Großteil auf der Chemieindustrie basieren.

Analystenschätzung im Konsens (Quelle Finanzen.net) bezogen auf den aktuellen Aktienkurs

JahrUmsatz Mrd. € (e)Nettogewinn Mrd. € (e)Umsatzrendite (e)KGV (e)Dividende je Aktie  (e)Div.-Rendite (e)
201964,904,306,6 %11,23,255,53
202067,444,887,2 %10,23,365,70
202169,375,267,6 %9,63,475,58
202273,385,697,8 %8,73,706,28

 

Fazit und Einschätzung

In den vergangenen zwölf Monaten ist der Kurs der BASF-Aktie (per 31.05.2019) von knapp 90 Euro auf knapp 60 Euro gesunken. Damit hat der Markt die sich auf dem Zollstreit ergebenden konjunkturellen Risiken bereits stark berücksichtigt. Selbstverständlich kann sich die Lage in der Weltwirtschaft weiter verschärfen, dennoch besteht bei dem Papier auch ein deutliches Erholungspotenzial.

Mit einem 2019er-KGV von 11,2 ist der Titel unterdurchschnittlich bewertet. Besonders sticht die geschätzte 2019er-Dividendenrendite von 5,5 Prozent hervor, welche ein erhebliches Kaufargument liefert. Allerdings befindet sich der Aktienkurs in einem mittelfristigen Abwärtstrend, weshalb eine eindeutige Bodenbildung noch nicht stattgefunden hat. Langfristig bestehen aber gute Möglichkeiten, dass Anleger neben der hohen Dividende auch wieder ordentliche Kursgewinne erzielen können. Für den Fall, dass sich die globale Wirtschaftslage wieder entspannt und zukunftsträchtige Bereiche der BASF an Dynamik gewinnen, besteht durchaus die Aussicht, dass das Papier die historischen Allzeithochs, bei rund 100 Euro liegen, knacken kann.

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