Werde ein besserer Investor

Aufräumen mit 7 Investment-Mythen

Jemand der sich für die Börse interessiert wird die meisten der nachfolgenden Mythen bereits irgendwo gehört haben. In diesem Text räume ich mit diesen Aussagen auf. Ich versuche dich dazu zu bewegen einen anderen Blickwinkel auf die Dinge zu bekommen. Befasse dich etwas tiefer mit diesen Mythen und versuche zu prüfen, ob sie wirklich stimmen oder ob sie vielleicht nur so dahergesagt sind, weil niemand tiefer gräbt als an der Oberfläche.

 

  • Hohe Renditen erfordern hohes Risiko
  • Billig kaufen und teuer verkaufen ist der einzige Weg um an der Börse wohlhabend zu werden
  • Dividendenaktien kaufen und liegen lassen ist der beste Weg um Vermögen aufzubauen
  • ETFs sind sicherer als Einzelaktien
  • Optionen sind hochriskant
  • Investieren mittels Optionen ist kein richtiges Investieren
  • Cost-Average Effekt ist ein guter Weg zum Investieren

 

1) Hohe Renditen erfordern hohes Risiko

Einerseits ist es wahr, dass man sich an andere Dinge trauen sollte, als das gute alte Sparbuch um höhere Renditen erwirtschaften zu können. Wenn man den Aktienmarkt als Hochrisiko-Anlage betrachten würde, stimmt diese Unterüberschrift vermutlich sogar. Ich würde aber nicht sagen, dass dies der Fall ist. Auch der Spruch ”Hohe Renditen erfordern hohes Risiko” stimmt so nicht.

 

Mit meinen Strategien wirst du erkennen, dass du sehr gute Renditen erzielen kannst, das Risiko, im Vergleich zu Buy-and-Hold, aber teilweise sogar drastisch sinken kann. Es kommt eben immer darauf an, wie sehr sich der Investor auf jedes mögliche Szenario vorbereitet hat, und welche Möglichkeiten sich ihm zur Reaktion bieten. Die meisten Menschen wissen kaum was an der Börse alles möglich ist, dies werden meine zukünftigen Texte aber vermutlich ändern.

 

Man darf aber trotzdem nicht vergessen, dass Aktien ein großes Risiko sein können, wenn man nicht weiß, was man tut, oder nicht weiß was zu tun ist.

 

2)  Billig kaufen und teuer verkaufen ist der einzige Weg um an der Börse wohlhabend zu werden

Erschreckend wie oft ich diese Aussage in meinem Bekanntenkreis zu hören bekomme. Es gibt sehr viele Wege wie man an der Börse wohlhabend werden kann. Billig kaufen und teuer verkaufen ist nur einer davon.

 

Woher weiß der Hobby-Investor überhaupt ob eine Aktie gerade billig oder teuer ist? Auch wenn sie im Wert gefallen ist, kann sie teurer sein als eine Aktie, die im Wert gestiegen ist. Wenn eine Aktie gerade weniger wert ist, steckt vermutlich ein bestimmter Grund dahinter.

 

Meine Strategien handeln, unter anderem, von nackten oder gedeckten Puts sowie Put-Spreads. Ich benutze diese Instrumente um in Aktien hinein zu kommen, die fundamental zu meiner Risiko-Neigung passen. Gleichzeitig nutze ich Unterstützungs- und Widerstandszonen um geeignete Kauf- und Verkaufsniveaus zu finden um langfristig und doch relativ rasch Wohlstand zu erzeugen.

Mithilfe der erwähnten Werkzeuge aus dem Optionshandel ist es möglich in jeder Richtung Gewinne zu erzielen. Es wird plötzlich nicht mehr wichtig wohin sich eine Aktie bewegt, sondern wohin sie sich nicht bewegt. Dies wird in späteren Texten, worin ich natürlich alles bis ins kleinste Detail beschreibe, klarer werden. Dies sind meine Methoden, welche ich auf der gesamten Homepage weiter erkläre und diskutiere.

 

3) Dividendenaktien kaufen und liegen lassen ist der beste Weg um Vermögen aufzubauen

Obwohl ich ein großer Fan von Dividenden-Aktien bin, welche langfristig ihre Gewinne und damit auch ihre Dividenden steigern, ist das Kaufen und Halten dieser Aktien nicht der beste Weg um Vermögen aufzubauen. Der Aktienmarkt ist voll von Beispielen, die das Vermögen von Investoren zerstört haben, indem der Kurs in den Keller gerauscht ist und sich Jahre nicht erholte. Eine bessere Strategie um Vermögen zu bilden ist es, das Kapital vor Verlusten zu schützen, Dividenden kassieren wo es möglich ist und weitere Profite durch Optionsstrategien zu generieren.

Da wo sich Aktienkurse halbieren, und nicht mehr zurück zu neuen Höhen finden, dauert es Jahrzehnte um durch Dividenden den Break-Even-Point zu erreichen. Dieser Zeitraum wird hier nur dafür benötigt um sein hart erarbeitetes Geld wieder zu bekommen, anstatt es jährlich adäquat zu verzinsen um Vermögen aufzubauen. Die Inflation macht das ganze natürlich noch viel schlimmer.

Man hört oft von Large-Cap-Aktien, deren Wert sich im Laufe der Zeit vervielfacht hat. Man wäre bereits Millionär wenn man sie nur 20, 30 oder gar 40 Jahre lang gehalten hätte. Aber frage dich selbst, ob du die Aktien in jeder Marktphase behalten hättest. Jeder Crash zeigt massig Investoren, die ihre Aktien aus Angst verkaufen. Jede gewöhnliche Korrektur zeigt massenhaft Verkaufsdruck. Kaufen und halten ist eine miserable Strategie. Aktien kaufen und das Kapital vor Verlusten schützen während man Profite generiert ist der Weg den ich hier mit euch gehen werde.

 

4) ETFs sind sicherer als Einzelaktien

Die Idee hinter diesem Mythos ist folgende: Eine Einzelaktien kann ihren kompletten Wert verlieren, bis sie quasi wertlos ist, bei 0 angelegt. Ein ETF kann das nicht. Grundsätzlich ist das wahr, aber es gibt mittlerweile tausende ETFs weltweit. Jeder ETF ist anders gewichtet, viele davon habe andere Risiken, da sie sich auf eine bestimmte Branche oder einen bestimmten Bereich spezialisieren. Auch werden ETFs geschlossen, wenn sie nicht gut genug performen oder es zu wenig Aktionäre dafür gibt. In diesem Fall geht das Kapital an die Investoren zurück, und zwar genau zu dem letztgültigen Preis, was im schlimmsten Fall auch zu hohen Verlusten führen kann.

 

Auch ETFs sind von Crashs betroffen. Einige namhafte ETFs haben nach der Finanzkrise 2008/2009 noch immer damit zu kämpfen um ihre Verluste von damals wieder herein zu bekommen. Da sprechen wir noch nicht einmal davon neue Gewinne zu erzielen.

Die Probleme von ETFs sind die gleichen wie bei Einzelaktien, viele Investoren verstehen das aber nicht. Mit ETFs kann man genau so viel Geld verlieren wie mit Einzelaktien. Investoren müssen verstehen, dass man mit Optionen erreichen kann, Verluste zu minimieren, Kapital somit zu schützen um langfristig den Zinseszins für sich arbeiten zu lassen. Dabei ist es egal ob man lieber ETFs oder Einzelaktien wählt. Jahrelang warten um Verluste wieder gut zu machen, zerstört den Zinseszinseffekt.

 

5) Optionen sind hochriskant

Optionen an sich sind keineswegs riskant. Investoren, die sich nicht mit der Handhabung dieser Finanzinstrumente auseinandergesetzt haben unterliegen aber einem großen Risiko. Sie verstehen die angewandten Optionsstrategien meist nicht zu hundert Prozent, das ist es was Optionen riskant macht. Investoren müssen zu diesen Instrumenten geschult werden, damit sie wissen, wie sie davon profitieren und ihr Kapital schützen können. Ohne die grundlegenden Kenntnisse über die verwendeten Optionsstrategien werden Investoren weiterhin behaupten, dass Optionen hochriskant sind.

Auch viele Broker behaupten, dass Optionen riskant sind. Es ist dasselbe Thema. Sie wissen nicht wie sie Optionen einsetzen können, um Gewinne zu generieren und Kapital zu schützen. Wieso solltest du dann auf ihren Rat hören? Stell dir vor jemand warnt dich vor den Risiken einer Flugreise, obwohl er oder sie noch nie in ein Flugzeug gestiegen ist. Laut Statistiken ist das Flugzeug sogar das sicherste Verkehrsmittel überhaupt, aber darum geht es ja jetzt nicht. Mach dir am besten immer selbst Gedanken und verlasse dich nicht auf externe Meinungen.  

6) Investieren mittels Optionen ist kein richtiges Investieren

Buy-und-Hold-Investoren würden das Investieren mittels Optionen nicht als richtige Investments bezeichnen. Die Wahrheit ist, dass Investieren über Optionen mehr mit richtigem Investieren zu tun hat als viele andere Investment-Vehikel. Wenn ein Investor Optionen benutzt, implementiert er Strategien, welche ihm helfen Kapital zu schützen und gleichzeitig Gewinne versprechen. Er managed aktiv das Risiko seines Portfolios, dies ist der Job jedes erfolgreichen Investors.

Wenn du mich fragst hat richtiges Investieren mit dem vollständigen Verständnis des Investments und den dahinter stehenden Strategien zu tun.  

 

7) Cost-Average Effekt ist ein guter Weg zum Investieren

Die Idee hinter dem Cost-Average-Effekt ist diese: Der Investor steckt jeden Monat (jedes Quartal, jedes Jahr) zur gleichen Zeit die gleiche Menge Geld in einen ETF oder eine Aktie. Wenn man immer den gleichen Betrag investiert führt das dazu, dass man bei hohen Preisen weniger Anteile bekommst als bei niedrigen Preisen. Zusammenfassend heißt das also, dass man auf lange Sicht einfach mehr Anteile zu niedrigeren Preisen hat als zu hohen Preisen, wodurch sich der Durchschnittspreis senken soll.

 

Was sich in der Theorie gut anhört, ist in der Realität aber eine relativ schwache Strategie. Wenn man sich einen Zeitraum von 5 Jahren einer beliebigen Aktie ansieht, in diesem Fall nehmen wir wieder einmal die Daimler-Aktie (nur als Beispiel), sieht das Bild schon relativ klar aus. Angenommen wir kaufen in einem Abstand von 3 Monaten jeweils zu 5000 Euro Aktien von diesem Unternehmen.  

DatumAktienpreisStück gekauftKapital
06.04.201466,15 €754.961,25 €
06.07.201466,68 €744.934,32 €
06.10.201456,01 €894.984,89 €
04.01.201569,42 €724.998,24 €
05.04.201588,65 €564.964,40 €
05.07.201584,44 €594.981,96 €
04.10.201572,21 €694.982,49 €
03.01.201668,19 €734.977,87 €
03.04.201659,62 €834.948,46 €
03.07.201654,15 €924.981,80 €
02.10.201663,87 €784.981,86 €
08.01.201771,33 €704.993,10 €
09.04.201766,42 €754.981,50 €
09.07.201764,87 €774.994,99 €
08.10.201867,91 €745.025,34 €
07.01.201874,18 €674.970,06 €
08.04.201865,65 €764.989,40 €
08.07.201857,25 €874.980,75 €
07.10.201852,89 €955.024,55 €
06.01.201948,90 €1024.987,80 €

 

Ergebnis nach 5 Jahren:

Nach 5 jahren hat der Investor 1.543 Aktien gekauft und dafür 99.645,03 € ausgegeben. In diesem Zeitraum hat er 10.251,20 € oder 10,3 % an Dividenden eingenommen. Das entspricht einer persönlichen Dividendenrendite von 2,06 % pro Jahr. Zum Zeitpunkt der Artikelerstellung liegt der Aktienkurs von Daimler bei 55,54 € pro Stück.

1.543 x 55,48 € = 85.605,64 €

Nach 5 Jahren blickt man also auf 10.251,20 € an Gewinn durch Dividenden und einen Verlust von 14.039,39 € durch den Kursrückgang. (wenn man sie verkaufen würde natürlich)

Ist das der Typ von Investments die du tatsächlich machen willst? Ich habe beim obigen Beispiel nicht absichtlich eine aktuell “schlechtere” Aktie genommen. Diese und ähnliche Fälle wirst du in jeder Aktie oder jedem ETF wieder finden. Auch wenn der Aktienkurs gerade an einem Hoch angelangt wäre würden dich diese Renditen vermutlich nicht umhauen. Man muss bedenken, dass man immerhin 100.000 Euro an Kapital in diesem Markt riskiert.

Der Cost-Average-Effekt ist ein gutes Werkzeug für Verkäufer am Finanzmarkt, aber nicht für den Investor. Zumindest nicht in in dieser Form.

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