Allianz Analyse vom 31.05.2019

Wettbewerbsposition und Geschäftsentwicklung der Allianz SE

Die Allianz SE ist ein global operierender Konzern, welcher in über 70 Ländern aktiv ist und über 92 Millionen Kunden verfügt. Neben dem Versicherungsgeschäft ist der Münchener Anbieter vor allem im Bereich der Vermögensverwaltung aktiv. Mit verwalteten Assets im Volumen von 2.100 Milliarden Euro zählt der Konzern zu den weltweit führenden Vermögensverwaltern.

Aktuell ist das Unternehmen in stark umkämpften Märkten mit vielen Wettbewerbern aktiv. Entsprechend sind die Umsatzsteigerungen im Vergleich zu anderen Unternehmen überschaubar. Dennoch arbeitete die Allianz SE, auch aufgrund einer vergleichsweise guten Reputation, recht erfolgreich. Seit dem Jahr 2014 steigerte das Unternehmen nahezu regelmäßig den Nettogewinn. Lediglich im Jahr 2017 wurde ein kleiner Rückgang verzeichnet. Auch der Aktienkurs spiegelte die positive Geschäftsentwicklung der Firma zuletzt überwiegend wieder. Insgesamt tendiert der Kurs bereits seit dem Jahr 2009 in einem langfristigen Aufwärtstrend. Gemessen an der Marktkapitalisierung, welche am 31.05.2019 knapp 86 Milliarden Euro betrug, zählt das Unternehmen zu den wertvollsten Unternehmen im DAX.

Übersicht Geschäftsentwicklung (Umsatz, operatives Ergebnis und Nettogewinn jeweils in Mrd. Euro)

JahrUmsatzOperatives ErgebnisNettogewinnAnzahl Aktien (Mio.)Gewinn Aktie
2014122,310,406,2245713,64 €
2015125,210,746,6245714,55€
2016122,411,066,9645715,18 €
2017126,111,106,8044015,23 €
2018130,611,517,4642417,43 €

 

Zukünftige fundamentale Entwicklung der Allianz SE

Am 14.05.2019 veröffentlichte die Allianz SE die Q1-Zahlen für das Geschäftsjahr 2019. Gegenüber der Vorjahresperiode konnte ein internes Umsatzwachstum von 7,5 Prozent erzielt werden. Das operative Ergebnis verbesserte sich ebenfalls um 7,5 Prozent. Hierbei entwickelten sich die Geschäftsbereiche Schaden- und Unfallversicherung sowie Lebens- und Krankenversicherung positiv. In letztgenannter Sparte stieg der Neukundengeschäftswert um 25 Prozent. Der Bereich Asset Management entwickelte sich außerdem gut und verzeichnete Drittmittelzuflüsse im Volumen von 18 Milliarden Euro.

Bei der Allianz SE sind die fundamentalen Aussichten für die kommenden Jahre eher gut. Für die kommenden Jahre rechnen die Analysten im Konsens mit weiter steigenden Nettogewinnen, auch wenn die Umsatzerlöse tendenziell eher stagnieren könnten. Trotz des zunehmenden Wettbewerbs durch Online-Versicherer und eines allgemeinen Margendrucks im Bereich Asset Management sind die Aussichten aufgrund der vorteilhaften Wettbewerbsposition überwiegend positiv einzuschätzen. Allerdings könnte das Unternehmen durch eine unerwartete Finanzkrise in Mitleidenschaft geraten, wie es bereits in den Jahren 2003 und 2008 bis 2009 zu beobachten war. Zwar ist der Konzern finanziell recht solide aufgestellt. Auf dem Frankfurter Börsenparkett dürfte sich der Konzern in einem negativen Szenario solchen Verwerfungen nicht entziehen können.

 

Analystenschätzung im Konsens (Quelle Finanzen.net) bezogen auf den aktuellen Aktienkurs

JahrUmsatz Mrd. € (e)Nettogewinn Mrd. € (e)Umsatzrendite (e)KGV (e)Dividende je Aktie  (e)Div.-Rendite (e)
2019129,17,896,1 %10,79,564,74
2020130,68,296,3 %10,010,225,06
2021127,78,696,8 %9,410,885,39

 

Fazit und Einschätzung

Gemessen an der Dividendenrendite und am KGV ist das Unternehmen Allianz optisch günstig bewertet. Im Gegenzug halten sich die Wachstumserwartungen bei dem Konzern in Grenzen. Dennoch ist die Aktie alleine schon wegen der Dividendenrendite einen Blick wert. Zudem dürften die Ausschüttungen mittelfristig steigen, weshalb gerade Value-Investoren den Titel beobachten sollten.

Insgesamt ist das Geschäftsmodell der Allianz SE sehr solide, wobei das Unternehmen von der globalen konjunkturellen Entwicklung und den Bewegungen am Kapitalmarkt abhängig ist. Deshalb birgt der Titel auch gewisse Risiken, welche aber aufgrund der guten Bilanzrelationen einigermaßen überschaubar sind. Insgesamt befindet sich die Aktie seit 10 Jahren in einem Aufwärtstrend, welcher bei einem anhaltenden Niedrigzinsumfeld fortlaufen könnte.

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